Banker beklagen Boni-Deckelung

Kommentar: Warum die Tränen?

Wir haben es nicht für möglich gehalten, das Geschrei der Banker nach der von der EU verfügten Deckelung ihrer Bonus-Zahlungen. Vom Untergang des Abendlandes ist die Rede, also vom Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzstandorts Europa. Von Frank Pröse

Wohlgemerkt, es geht nicht um den Nadelstreifenträger von der Bank um die Ecke. Es geht um jene Herrschaften, die als sogenannte Investment-Spezialisten die Welt mit ihren Spekulationen beinahe in den Ruin getrieben haben. Das war auch eine Folge der Boni, die schließlich jene belohnten, die besonders riskante Geschäfte einzugehen wussten, wobei das Risiko ganz clever den Steuerzahlern zugeschustert wurde. Zocken mit staatlicher Garantie zur Übernahme eventueller Verluste war das.

Die steuerzahlenden Finanziers dieses für sie miesen Geschäfts hätten schon ein wenig mehr Demut erwartet von den Hasardeuren an der Börse. Diese hätten ja wenigstens so tun können, als gingen sie in Sack und Asche. Schließlich dürfte die EU-Keule die wenigsten von ihnen treffen. Statt der hohen Boni wird es nämlich höhere Grundgehälter geben und schon sind alle Spatzen gefangen.

So wiederholt sich auch bei den Boni das alte Spiel: Alle Korrekturen am Finanzsystem haben es bis jetzt nicht sicherer gemacht. Es müsste zurückgeschnitten werden auf die ureigenste Aufgabe, auf die Finanzierung der Wirtschaft.

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