Der US-Präsident in Berlin

Obama trifft in Berlin seine Halbschwester

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Auma Obama ist die ältere Halbschwester von Barack Obama. Die beiden werden sich während des Berlin-Besuchs des US-Präsidenten treffen

Berlin - Als Kandidat war er schon da, als Präsident noch nie: Nach viereinhalb Jahren Amtszeit redet Barack Obama vor dem Brandenburger Tor. Anschließend trifft er in Berlin seine Halbschwester.

Für seinen ersten offiziellen Besuch in Berlin hat sich Barack Obama relativ viel Zeit gelassen - so viel wie kein anderer US-Präsident der jüngeren Geschichte. Für die deutsche Hauptstadt wird es der wichtigste Besuch des Jahres.

Streng nach Protokoll handelt es sich bei Obamas Berlin-Aufenthalt aber nicht um einen Staats-, sondern nur um einen Arbeitsbesuch. Höhepunkt soll die Rede am Brandenburger Tor sein - fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem legendären „Ich bin ein Berliner“-Auftritt von John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg.

Einem Bericht der "Berliner Morgenpost" zufolge werden rund 6000 geladene Gäste diesen geschichtsträchtigen Moment vor dem Brandenburger Tor live miterleben. Ursprünglich hatte die Bundesregierung mit 4000 Gästen kalkuliert und das mit Sicherheitsaspekten begründet. Die Vergrößerung des Auditoriums sei in enger Abstimmung mit der Regierung in Washington erfolgt. Eine Sprecherin der Bundesregierung bestätigte die Erweiterung, sprach allerdings von vorläufigen Zahlen.

Obamas wichtigste Stationen in Berlin

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Zu den geladenen Gästen gehört unter anderem Auma Obama, Barack Obamas ältere Halbschwester. Die 53-Jährige wuchs bei ihrer Mutter in Kenia auf, Halbbruder Barack bei seiner amerikanischen Mutter in Hawaii und Indonesien. Im Jahr 1980 kam Auma Obama zum Studium nach Heidelberg, lebte später in Bayreuth. Insgesamt blieb sie 16 Jahre lang in Deutschland und erlebte hier auch den Fall der Berliner Mauer.

Derzeit lebt Obamas Halbschwester wieder in Kenia, wo sie lange Zeit für die Hilfsorganisation Care International tätig war. Inzwischen hat sie eine eigene Stiftung namens Sauti Kuu (auf deutsch: „Starke Stimmen“), die sich um Jugendarbeit kümmert. Den Deutschland-Besuch nutzen Obama und seine Halbschwester auch für ein kurzes privates Treffen.

Doch das ist nur ein Programmpunkt von vielen, die der US-Präsident in den 25 Stunden und fünf Minuten auf deutschem Boden abarbeiten wird: Ohne Verschnaufspause wird Barack Obama samt Familie vom G8-Gipfel in Irland nach Berlin fliegen. Die Air-Force-One wird am Dienstagabend um 20.25 Uhr am Flughafen Tegel erwartet. Abends ist kein offizielles Programm mehr geplant.

Obama-Alarm: Was Touristen beachten sollten

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Die Nacht werden Obama, seine Familie und seine gesamte Entourage nicht im „Adlon“ am Brandenburger Tor, wo Staatsoberhäupter üblicherweise nächtigen, sondern im „Ritz Carlton“ am Potsdamer Platz verbringen - selbstverständlich in der Präsidentensuite. Die Kosten fürs Hotel teilen sich der deutsche Staat und die USA nach der "eins plus zehn"-Regel. Bedeutet: Deutschland übernimmt im „Ritz Carlton“ die Kosten für Obamas Präsidentensuite und zehn weitere Gäste. In der Regel gibt es dabei auch Rabatt. Ist aber unbedeutend im Vergleich zu dem, was der Rest kostet.

Der Mittwoch ist dann vollgepackt mit Terminen: militärische Ehren in Schloss Bellevue, dann Gespräch, Pressekonferenz und Mittagessen unter vier Augen mit Angela Merkel. Kurze Pause, zentrale Rede am Brandenburger Tor. Dann noch ein Treffen mit SPD-Kandidat Peer Steinbrück und festliches Abendessen in der Orangerie von Schloss Charlottenburg. Schließlich Nachtflug zurück nach Washington.

Barack Obama und Familie beim G8-Gipfel

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Für Ehefrau Michelle und die Töchter Sasha und Malia gibt es ein Kinder- und Damenprogramm mit Besuchen an den letzten Resten der Mauer und dem Stelenfeld zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Am Mittwochabend, wenn die Eltern beim feierlichen Abendessen sind, dürfen die Kinder angeblich ins Kino. Ob das aber mit dem Mittagessen mit Bono mithalten kann? Die weiblichen Obamas hatten den U2-Sänger und Friedensaktivisten am Dienstag in Irland getroffen und zusammen gespeist, während der US-Präsident dem G8-Gipfel beiwohnte.

Fest steht: Berlin ist gerüstet für den hohen Besuch. Die letzten Vorbereitungen der Sicherheitsexperten sind längst angelaufen, das Brandenburger Tor und zahlreiche Straßen wurden weiträumig abgesperrt und Gulli-Deckel versiegelt. „Wir sind gut vorbereitet“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in der Hauptstadt. Es gilt die höchste Sicherheitsstufe 1+. Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben am Dienstag 3000 Beamte im Einsatz.Diese Zahl soll am Mittwoch steigen - angeblich auf 8000 Polizisten. Zudem werden die Fachleute der Bundesbehörden und amerikanische Sicherheitsexperten für den Schutz von Obama sorgen. Der US-Präsident hat sogar sein eigenes Auto dabei, eine gepanzerte Cadillac-Limousine. Spitzname: „The Beast“ („Die Bestie“).

dpa

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