Kritik an Kooperation hält an

Beamte wollen Ditib nicht in Klassenzimmern sehen

Die Kooperation mit Ditib beim Islamunterricht ist umstritten. (Symbolbild)
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Die Kooperation mit Ditib beim Islamunterricht ist umstritten. (Symbolbild)

Erneut steht die Zusammenarbeit des Landes Hessen mit der türkisch-islamischen Union Ditib beim Islamunterricht in der Diskussion.

Wiesbaden – Nachdem vor wenigen Wochen die Frankfurter Islamforscherin Susanne Schröter vor einer weiteren Kooperation mit Ditib gewarnt hatte (wir berichteten), fordert nun der Deutsche Beamtenbund (dbb) Hessen, die Zusammenarbeit mit Ditib zu beenden.

Beim bekenntnisorientierten Islamunterricht hatte das Land Hessen bisher mit den beiden muslimischen Religionsgemeinschaften Ditib und Ahmadiyya kooperiert, allerdings waren in der Vergangenheit immer wieder Zweifel an der Unabhängigkeit von Ditib laut geworden. Kritiker warfen dem Moscheeverband vor, er werde aus Ankara von der türkischen Regierung beeinflusst. Kultusminister Alexander Lorz hatte deshalb angekündigt, die Eignung von Ditib als Partner beim Islamunterricht zu prüfen. Ende dieses Jahres will das Kultusministerium eine Entscheidung treffen.

Ditib: „Warum soll man weiter prüfen?"

„Warum soll man weiter prüfen, wenn schon jetzt klar zu sein scheint, dass eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn hat?“, wird der Landesbundvorsitzende Heini Schmitt in einer Pressemitteilung des dbb zitiert. Das Kultusministerium sollte die Prüfung nicht zu einer unendlichen Geschichte werden lassen. Der Beamtenbund verweist als Beispiel auf ein ZDF-Video, wonach in Ditib-Moscheen für die Soldaten des türkischen Einmarsches in Nordsyrien gebetet wurde. Ein Imam in Bad Vilbel habe gar den Märtyrertod verherrlicht, berichtete das ZDF im Oktober.

„Wir beenden die Prüfung, wenn es aus unserer Sicht geboten ist“, kommentierte ein Sprecher des Kultusministeriums die dbb-Forderung. „Eine Entscheidung über den islamischen Religionsunterricht kann nicht aus der Hüfte geschossen werden.“ Man werde die Empfehlung des Gutachters sichten und bewerten. Ende dieses Jahres, spätestens Anfang nächstes Jahres werde das Ministerium dann eine Entscheidung treffen.  

nb

Problematisch stellt sich in Hessen auch die Situation mit Frauenhäusern dar. Nach der Axt-Attacke auf eine Frau in Limburg, die tödlich ausging, schlägt der Paritätische Wohlfahrtsverband Alarm. Es gebe viel zu wenig Plätze für Frauen, die wie das Opfer Zuflucht suchen.

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