Bericht: Steinmeier und Gabriel einig über Rente

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Frank-Walther Steinmeier (SPD) und Sigmar Gabriel (Grüne) erzielen einen Kompromiss bei Rente.

Berlin - SPD-Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier haben sich nach Medienberichten bei der Rente mit 67 auf einen Kompromiss verständigt.

Demnach soll es für die SPD bei der schrittweisen Einführung der Rente mit 67 bis zum Jahr 2029 bleiben. Allerdings solle die Verlängerung der Arbeitszeit frühestens 2015 beginnen und nicht wie beschlossen schon 2012, berichtet das Blatt am Mittwoch. Am Sonntag wollten Gabriel und Steinmeier der engsten Parteiführung den gemeinsamen Vorschlag vorlegen, der dann beim Parteitag im September beschlossen werden solle, hieß es weiter. Gabriel hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Rente mit 67 solange auszusetzen, bis ein größerer Anteil älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich auch Beschäftigung findet. Steinmeier hatte indes die Notwendigkeit einer längeren Lebensarbeitszeit bekräftigt. Er verteidigte damit den Beschluss der früheren großen Koalition, die Altersgrenze heraufzusetzen.

SPD-Vize Klaus Wowereit plädierte für eine völlige Abkehr von der Rente mit 67. Die Meinung der Bürger im Streit um die Rente mit 67 ist ziemlich eindeutig: Gefragt, in welchem Alter Arbeitnehmer im Normalfall in Rente gehen sollten, nannte in einer Umfrage für das Magazin “Stern“ lediglich eine kleine Minderheit von 7 Prozent das Alter 67. Die meisten Befragten (38 Prozent) sprachen sich für die derzeit gültige Regelaltersgrenze von 65 Jahren aus. Viele Bürger wünschen aber ein noch früheres Renteneintrittsalter: 21 Prozent bezeichneten 62 Jahre als ideal, 24 Prozent würden sogar gerne sehen, wenn die Grenze bei 60 Jahren läge. 3 Prozent waren der Ansicht, die Deutschen sollten schon vor Erreichen des 60. Lebensjahres in Rente gehen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, hält an der schrittweisen Einführung der Rente mit 67 schon ab 2012 fest. “Ich will an den Zahlen nichts ändern, weil mir Generationengerechtigkeit sehr wichtig ist“, sagte sie dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch). Von 2012 an solle pro Jahr ein Monat länger gearbeitet werden, bis das Ziel der Rente mit 67 im Jahre 2029 erreicht sei. “Wir sind gut beraten, an diesem moderaten Zeitplan festzuhalten“, sagte Künast. Es sei jedoch zwingend, die Arbeitsmarktlage für die Älteren zu verbessern.

dpa

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