Hausärzte protestieren

Kommentar: Bitte fair bleiben

Für Patienten ist die Auseinandersetzung um Ärzte-Einkommen längst ein Ärgernis. Jahrzehnte standen niedergelassene Mediziner an der Spitze der Einkommenspyramide. Von Peter Schulte-Holtey

Dass einige nun etwas weniger verdienen, an diese Erfahrung können sie sich offenbar nicht gewöhnen. Gestern gingen die Hausärzte auf die Straße, um vor Versorgungsmängel zu warnen, aber natürlich auch um gegen die Einkommensverteilung zu demonstrieren. Jammern auf hohem Niveau?

Grundsätzlich gilt bei Mediziner-Gehaltslisten: So leicht lassen sich Kassenärzte mit ihren unterschiedlichsten Aufwendungen nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Was ein Hausarzt für sein Einkommen, z. B. bei der Arbeitszeit, in Kauf nehmen muss, kann auch kaum korrekt mit Zahlen erfasst werden. Aufwand und Ertrag stehen gerade bei Praxen in sozialschwachen Wohngegenden kaum mehr in einem vernünftigen Verhältnis. Doch die Hausärzte sollten fair bleiben; nicht nur die Politik ist dafür verantwortlich, eher die Mediziner selbst. Wer zu wenig Einnahmen hat, sollte sich zuerst bei der Kassenärztlichen Vereinigung beschweren, die die Millionen an Ärztegruppen verteilen. Geld ist im System ausreichend vorhanden. Dies wird auch beim Blick auf unsere europäischen Nachbarn deutlich; mit weniger Euros erreichen sie eine gute Versorgung.

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