Feind in den eigenen Reihen?

Bundeswehr fürchtet interne Cyber-Attacken

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Deutsche Soldaten im Feldlager der Bundeswehr in Kundus in Afghanistan

Berlin - Die Bundeswehr befürchtet Cyber-Attacken auf ihre IT-Systeme aus den eigenen Reihen. Diese könnten leicht gefährlich werden, weil veraltete Standardbetriebssysteme weit verbreitet sind.

Das Bundesverteidigungsministerium befürchtet nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Montag Cyber-Attacken auf seine IT-Systeme aus den eigenen Reihen. Das geht aus einem internen „Bericht zum Themenkomplex Cyber-Verteidigung“ hervor, der dem Blatt vorliegt. „In diesem Bereich kommt daher dem extremistischen Innentäter große Bedeutung zu“, schreibt der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) mit Blick auf die Gefährdungslage für die Bundeswehr durch Extremisten und Terroristen.

Beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) ist demnach bereits eine spezielle Organisationseinheit „IT-Abschirmung“ eingerichtet worden. Ihr Ziel sei vor allem die „Identifizierung von Innentätern“. Dazu heißt es: „Für den MAD relevante Bedrohungen für die IT-Systeme der Bundeswehr gehen im Wesentlichen von fremden Staaten oder extremistisch/terroristischen Gruppierungen aus.“ Problematisch sei in diesem Zusammenhang die „weit verbreitete Nutzung älterer IT-Systeme, die nicht dem Schutzstandard entsprechen, der heute möglich und auch notwendig ist“. Sogar im Bereich des Geheimschutzes würden „Produkte wie MS-Office, Standardbetriebssysteme oder Virenschutzsoftware verwendet, über deren Qualität, Sicherheit und zum Teil auch Herkunft es keine belastbaren Nachweise gibt“.

dpa

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