Wirtschaftspolitiker von Stetten:

CDU soll Mindestlohn von 8,50 Euro akzeptieren

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CDU-Wirtschaftspolitiker Christian von Stetten geht davon aus, dass sich CDU/CSU und SPD in Sachen Mindestlohn einigen werden.

Berlin - Der CDU-Wirtschaftspolitiker Christian von Stetten geht davon aus, dass sich Union und SPD auf die Einführung eines Mindestlohns verständigen werden.

CDU und CSU müssten "die Zahl 8,50 Euro" akzeptieren, sagte der Vorsitzendes des Parlamentskreises Mittelstand am Samstag im Südwestrundfunk. Er sei wie die meisten in der Unionsfraktion gegen einen von der Politik festgesetzten Mindestlohn. "Wir haben aber auch verstanden, dass bei der SPD irgendwo die 8,50 Euro stehen müssen, sonst kann die SPD in keine große Koalition gehen."

Über die Ausgestaltung müsse noch gesprochen werden, sagte von Stetten weiter. Er schlage vor, dass der Mindestlohn wie beim Friseurhandwerk "langsam ansteigend ist bis zu 8,50 Euro".

Die Gewerkschaft Verdi und der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks hatten sich im April auf ein Stufenmodell zur Einführung des Mindestlohns geeinigt. Die erste Stufe sieht in Ostdeutschland zunächst einen Mindestlohn von 6,50 Euro und im Westen von 7,50 Euro vor. Ab August 2015 sollen Friseure in Ost und West einheitlich mindestens 8,50 Euro pro Stunde bekommen.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) warnte in der "Bild am Sonntag" vor einer überstürzten Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und plädierte für Übergangsfristen. Ein flächendeckender Mindestlohn, der ohne Übergangsfristen eingeführt werde, "birgt vor allem im Osten die Gefahr neuer Arbeitslosigkeit", sagte Kauder der "BamS".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Freitag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Erfurt gesagt, dass die Union den Sozialdemokraten vor allem beim Mindestlohn entgegenkommen müsse. Über den Mindestlohn wollen Union und SPD am Samstagnachmittag in Berlin erneut verhandeln.

AFP

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