China hält an Ein-Kind-Politik fest

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Die chinesische Regierung will an ihrer Ein-Kind-Politik festhalten.

Peking - Trotz Bedenken wegen negativer Folgen will China weiter an der Ein-Kind-Politik festhalten. In den kommenden Jahrzehnten werde es keine Änderung geben, so ein Regierungsbeamter.

Die Vorgaben würden auch “in den kommenden Jahrzehnten“ gelten, zitierte die staatliche Zeitung “China Daily“ am Montag einen Vertreter der Kommission für Bevölkerung und Familienplanung. Kritiker befürchten, dass die Begrenzung auf ein Kind die chinesische Bevölkerung dramatisch altern lässt und wegen der Präferenz männlicher Nachkommen außerdem zu wenige Mädchen geboren werden. Die Regierung argumentiert, dass die vor 30 Jahren eingeführte staatliche Familienplanung 400 Millionen zusätzliche Geburten verhindert und den traditionellen Hang zur Großfamilie beendet hat.

Medien und Experten hatten allerdings zunehmend darauf spekuliert, dass die Ein-Kind-Politik in Kürze gelockert werden könnte. Ein Behördenvertreter in der südlichen Provinz Guangdong erklärte am Samstag, seiner Ansicht nach könnten die Restriktionen dort bis zum Jahr 2015 gelockert und bis 2030 möglicherweise ganz abgeschafft werden.

Li Bin von der Kommission für Bevölkerung und Familienplanung sagte bei einer Feierstunde zum Einführung der Ein-Kind-Politik vor drei Jahrzehnten jedoch, an dieser Vorgabe werde weiterhin festgehalten. Historische Veränderungen gebe es nicht so einfach, sagte Li laut “China Daily“ und dankte allen, “vor allem den Menschen, für ihre Unterstützung des landesweiten Kurses“. Die staatlichen Vorgaben erlauben Paaren in Städten ein Kind, Eltern auf dem Land dürfen zwei Mal Nachwuchs bekommen.

Familien haben oft lieber Söhne als Töchter

Weil viele Familien traditionell lieber Söhne als Töchter haben, hat sich das Geschlechterverhältnis bei den Geburten inzwischen deutlich verschoben: Auf 100 Mädchen kommen in der Volksrepublk rund 119 Jungen, in manchen Provinzen sogar 130 - weil weibliche Föten abgetrieben werden. In den Industriestaaten liegt das Verhältnis bei 100 zu 107.

Demografen warnen bereits, dass das Ungleichgewicht zu einem Mangel an potenziellen Ehefrauen führen und den Frauen- und Mädchenhandel verstärken könnte. Der Leiter der Kommission für Familienplanung in Guangdong, Zhang Feng, sagte am Samstag in einem Zeitungsinterview, er rechne damit, dass die Ein-Kind-Politik in der Provinz binnen fünf Jahren entspannter gesehen werde. “Nach 2030 könnte jedes Paar in Guangdong ein zweites Kind haben“, sagte er der “Yangcheng Evening News“. “Das ist aber nur meine ganz persönliche Ansicht.“

dapd

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