Datenschützer: Körperscanner bleiben fragwürdig

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Körperscanner stößt auf Widerstand.

Berlin - In der Debatte über Körperscanner an Flughäfen hat der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, auf massive Nachteile auch bei der neuesten Technologie hingewiesen.

“Die Möglichkeiten, mit dem Körperscanner mehr Sicherheit zu schaffen, sind sehr reduziert“, sagte er dem Rundfunksender NDR-Info. “Tatsächlich lässt sich natürlich durch die Kleidung hindurchschauen, und es kann festgestellt werden, was auf der Haut getragen wird. Aber es ist trotzdem möglich, Waffen oder andere Sprengstoffe in das Flugzeug reinzubringen - auch mit diesem Scanner.“ Zum anderen werde “ganz massiv in die Persönlichkeitsrechte eingegriffen, und das halte ich für sehr, sehr fragwürdig und problematisch.“ Die umstrittenen Körperscanner zur Erhöhung der Luftverkehrs- Sicherheit könnten in diesem Jahr auf deutschen Flughäfen Normalität werden.

Der Innenexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung“: “Nach meiner Einschätzung werden wir in einem halben Jahr mit Testversuchen auf deutschen Flughäfen beginnen können.“ Der Testbetrieb dürfte zeigen, dass die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt blieben, meinte der Innenausschuss-Vorsitzende. “Wenn alles glatt läuft, könnte einige Monate später der Normalbetrieb beginnen.“ Nach einem “Focus“- Bericht wird ein von der Bundespolizei weiterentwickelter Ganzkörper- Scanner wohl in Kürze an deutschen Flughäfen in Betrieb genommen.

Weichert verwies darauf, dass “auch Gesundheitsinformationen - unter Umständen ein Herzschrittmacher, ein künstlicher Darmausgang oder andere Dinge - offen gelegt“ werden. “Und das ist sehr, sehr peinlich.“ Zudem könne “die Scham von sehr vielen Menschen verletzt werden“ - insbesondere weil sie auch aus religiösen Gründen es ablehnten, sich nackt auszuziehen“. Neuere Scanner machten zwar die Intimbereiche der Fluggäste unkenntlich. Das mache “den Eingriff in die Persönlichkeitsrechte nur geringer, aber es ändert nichts daran, dass es stattfindet“, sagte Weichert.

dpa

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