Wien: Politiker kritisieren deutschen Atomkurs

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Zu den Protesten im Inland gegen die Atompolitik der Bundesregierung komt jetzt auch Kritik aus dem Nachbarland Österreich.

Wien - In Österreich stößt die Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Atomreaktoren auch bei konservativen Politikern auf scharfe Kritik. Was die Kritiker aus der Alpenrepublik an Berlins Kurs stört:

Für sein Land sei dies eine “unverständliche Entscheidung“, sagte der Chef des Parlamentsklubs der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), Karlheinz Kopf, am Dienstag nach einem zweitägigen Treffen mit Vertretern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Wien.

Zwar falle Energiepolitik in die nationale Kompetenz eines jeden Landes. “Aber dort, wo die Sicherheitsbedürfnisse unserer Bürger bedroht sind, müssen wir uns nicht nur artikulieren, sondern auch handeln“, betonte Kopf. Österreich fahre seit Jahren einen Anti- Atomenergie-Kurs.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder verteidigte die deutsche Atompolitik. Bis alle 80 Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit erneuerbaren Energien versorgt werden könnten, müsse Nuklearenergie als Brückentechnologie dienen.

Deutschland habe sich klar gegen einen Neubau von Kernkraftwerken entschieden. “Da hat Österreich Nachbarn, mit denen das Land noch intensiver reden muss als mit uns“, sagte Kauder. Die ÖVP hatte mit ihrer Schwesterfraktion unter anderem über Themen wie Finanzkrise, Europapolitik und Religionsfreiheit für Christen in aller Welt gesprochen. Die ÖVP ist in Österreich an einer großen Koalition beteiligt und stellt insgesamt sieben Minister.

dpa

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