Verzweifelter Minister

Kommentar: Dobrindts neue Maut-Wende

Es ist Wirtschaftsflaute in Deutschland. Alle reden über Infrastruktur-Investitionen, um Konjunktur und Verkehrswege zu retten. Nur der Infrastrukturminister nicht. Die einzige Investition, die Alexander Dobrindt anschiebt, sind 1500 Bürokratenjobs für das Eintreiben der Maut. Von Georg Anastasiadis

Und die sollen nach dem Willen des bayerischen Finanzministers Markus Söder in den weiß-blauen Freistaat kommen. Besser gesagt: in Söders fränkisches Protektorat.

Ausgerechnet! Damit Bayern von dem Maut-Mist, mit dem die CSU den genervten Rest der Republik beglückt, also auch noch kräftig profitiert? Geht’s noch? Söder ist, das muss man wissen, kein Fan des Wegezolls – und noch viel weniger ist er ein Fan Dobrindts und erst recht Seehofers. Sollte es also sein heimliches Ziel sein, Deutschland noch mehr gegen die beiden Ober-Mautritter aufzubringen, dann dürfte der Plan aufgehen und das dicke Buch der Schmutzeleien in der CSU bald um ein Kapitel reicher sein.

Nur noch leid tun kann einem bei alledem der verzweifelte Mautminister Dobrindt. Nach seiner gefühlt hundertsten Volte sollen jetzt doch wieder nur die Autobahnen kostenpflichtig werden. Hakenschlagend wie ein Hase flitzt der CSU-Minister durchs Land, gejagt von den CDU-„Freunden“, Brüsseler Kommissaren und neuerdings auch noch den Häschern in der eigenen Partei. Die Ausländermaut war seine Erfindung, sein Triumph. Jetzt zieht sie ihn, Stück für Stück, in den Abgrund.

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