Kein Termin beim Zahnarzt

Kommentar: Druck auf Patienten

Wer keine akuten Schmerzen hat, muss warten: Viele gesetzlich versicherte Patienten bekommen nach Angaben der Kassenzahnärzte keinen Behandlungstermin mehr in diesem Jahr. Von Peter Schulte-Holtey

Erneut zeigt sich, dass die Budgetierung, die als Grund für die Verweigerung der Behandlung angegeben wird, nicht praktikabel ist und letztlich zu Lasten der Erkrankten geht. Auch die Verteilung des vielen Geldes klappt nicht gut.

Mit der geplanten Honorarreform 2011 will die Koalition die Budget-Regeln zwar auf den Prüfstand stellen. Es wird aber viel zu zögerlich gehandelt. Es steht doch schon seit langem fest, dass eine mutige Reform überfällig ist. Nur so kommt eine überschaubare Kostenstruktur in den Selbstbedienungsladen der Zahnärzte.

Der aktuelle Fall unterstreicht auch, dass das deutsche Gesundheitssystem in wachsender Zahl Beispiele für Zweiklassenmedizin liefert. Am Ende sind stets die gesetzlich Versicherten die Dummen.

Ursprünglich ist Schwarz-Gelb ja mit dem Versprechen angetreten, den Menschen mehr „Netto vom Brutto“ zu überlassen. Von diesem selbst gesteckten Ziel wollen die Regierenden nun nichts mehr wissen. Die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge, Vorkasse-Pläne usw. - in immer mehr Bereichen bekommen Patienten Kostenfallen und weitere Leistungsminderungen zu spüren. Das kann nicht Sinn und Zweck einer Gesundheitsreform sein.

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