Ängste-Studie

Nur eine ist begründet

Da ist sie wieder, die „German Angst“, jenes diffuse Gefühl zwischen Weltschmerz und Zukunftssorgen, das uns der Rest der Welt gerne zuschreibt. Pessimistisch in die Zukunft blickend, immer das Schlimmste erwartend und deshalb verkrampft an Besitz geklammert. So sind sie, die Deutschen. Von Ralf Enders

Sind sie so? Zumindest hat die renommierte Studie „Die Ängste der Deutschen“ für 2010 ergeben, dass das „durchschnittliche Angstniveau“, die Addition aller Ängste quasi, einen Höchststand erreicht. Schuld diesmal sind vor allem Ängste vor schlechter Wirtschaftslage, Naturkatastrophen und eigener Gebrechlichkeit.

Schade. Dank diverser Sommermärchen oder Lenas Unbekümmertheit waren die Deutschen, Germans, Tedeschi, Allemands oder Alemanes gerade dabei sich zu entspannen - relaxen - und der Welt zu zeigen: Wir sind locker, habt keine Angst mehr vor uns. Jetzt haben wir selbst wieder Angst. Es ist zum Verrücktwerden.

Dabei ist die Lage doch alles andere als trostlos. Die Wirtschaft brummt wieder, Naturkatastrophen sind - schaut man sich in der Welt um - relativ, und pflegebedürftig zu sein, ist andernorts gewiss noch unangenehmer als in Deutschland. Einzig das vernichtende Urteil über die Politik, das die Studie ergeben hat, lässt sich nicht so einfach vom Tisch wischen. 62 Prozent glauben, dass die Volksvertreter mit ihren Aufgaben überfordert sind. Diese Angst scheint nicht ganz unbegründet.

@ ralf.enders@op-online.de

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