Erneut miese Noten

Die Probleme rund um die Pflege verlieren nicht an Dramatik. Nun wurde bekannt, dass manche Fachärzte aus Honorargründen keine Besuche mehr in Pflegeheimen machen - angeblich eine Folge der Gesundheitsreform. Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden derzeit zu Hause betreut, doch auch dort herrschen häufig Überforderung und Frustration.

Für viele andere Familien ist es schmerzlich, wenn sie nicht die Möglichkeiten haben, die Pflegebedürftigen in ihre Obhut zu nehmen. Sie wollen wissen, wo die „schwarzen Schafe“ der Leistungsanbieter sitzen. Immer wieder wurde eine Art TÜV-Siegel für gute Pflege gefordert. Dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) in diesem Jahr erstmals Zensuren für Pflegeeinrichtungen vergeben und öffentlich machen will, ist deshalb ein überfälliger Schritt. Offenbar haben die Pflegeheime aber wieder Lücken gefunden, um gute Noten zurechtbiegen zu können. Aufhorchen lässt die heftige Kritik des Geschäftsführers des MDK Rheinland-Pfalz, Gundo Zieres, an der Systematik, nach der die Qualität der Leistungen von stationären Pflegeeinrichtungen künftig veröffentlicht werden soll. Eine miese Note sei demnach gar nicht möglich, warnt er. Pflegebedürftige und Angehörige stehen wieder im Regen.

peter.schulte-holtey@op-online.de

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