Erneut Verwirrung um neuen Perso

Offenbach (psh) ‐ Der so genannte „E-Perso“ steht schon wieder in der Kritik: Menschen mit mehreren Vornamen könnten bei Ausstellung eines neuen Personalausweises oder Reisepasses eine böse Überraschung erleben, berichtete das ARD-Magazin „Monitor“ gestern Abend.

Demnach lässt eine neue Software der Bundesdruckerei seit Oktober keine Rufnamen in der maschinenlesbaren Zone am unteren Rand des Ausweises zu. Das könne dazu führen, dass der Rufname in dieser Zone, die für Ämter und Behörden maßgeblich ist, nicht mehr aufgeführt wird. „Für die Betroffenen kann das zu massiven Problemen vor allem bei Banken, Kfz-Zulassungsbehörden oder Fernreisen führen“, heißt es. Erste Fälle gebe es bereits.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte die Änderung. „Früher war es zwar möglich, den üblicherweise gebrauchten Vornamen als ,Rufnamen’ in die maschinenlesbare Zone des Personalausweises übernehmen zu lassen. Jedoch hatte dies zum einen zu einer uneinheitlichen Struktur der maschinenlesbaren Zone in Personalausweisen geführt und stand zum anderen im Widerspruch zu den Empfehlungen der internationalen Organisation für zivile Luftfahrt für die Gestaltung von Reisedokumenten“, sagte er unserer Zeitung. Nun würden die Vornamen in der Reihenfolge in die maschinenlesbare Zone übernommen, die sich aus dem Eintrag der Vornamen im Personalausweis ergebe. Dies diene nicht zuletzt dem Interesse, Komplikationen im Rahmen von Grenzkontrollen für deutsche Staatsbürger soweit möglich auszuschließen.

Martina Fuchs, Amtsleiterin des Bürgerbüros in Offenbach, geht ebenfalls davon aus, dass es „eher selten zu Problemen kommen wird“. „Würde, was nach meiner Alltagserfahrung eher selten vorkommt, sich eine Person mit vielen Vornamen entscheiden, einen der hinteren Namen zu benutzen, so wäre dieser sogenannte Rufname auf dem Ausweis aufgedruckt, jedoch in der maschinenlesbaren Zone, die lediglich 30 Zeichen umfasst, nicht ersichtlich, weil der erste Vorname dort erscheint.“ Und Fuchs fügte hinzu: „Würde also bei einer Grenzkontrolle auf die maschinenlesbaren Daten zugegriffen und insofern eine Abweichung festgestellt, so lässt sich diese durch einen Blick auf die aufgedruckten Angaben leicht aufklären.“

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