Präsidenten-Brötchen

Feudal verwöhnt

Geschmack oder Geschmäckle? Hat Christian Wulff Geschmack? Oder hat die Geschichte über die Bellevue-Brötchen Geschmäckle? Das ist hier die Frage - zumindest seit der Boulevard süffisant berichtet, dass ein Bäcker aus Hannover Brot und Brötchen ins Berliner Schloss Bellevue liefert. Von Jan Schlüter

Das hat dem jungen Bundespräsidenten gerade noch gefehlt. Gerade ist der Rauch der Mallorca-Maschmeyer-Urlaubsgeschichte verflogen, droht dem Niedersachsen neues Ungemach. Es geht nicht um das tägliche Frühstück des Präsidenten, sondern um besondere Anlässe. Es handelt sich auch nicht um eine Wulff-Affäre, da bereits seit Roman Herzogs Zeiten Backwaren von der Leine an die Spree gekarrt werden.

Aber Fakt bleibt Fakt: Ein pfiffiger Bäcker transportiert seine Produkte hunderte Kilometer über die Autobahn nach Berlin. Das ist ökologisch unsinnig, und Brote wie Brötchen gelten nicht gerade als typische Regionalspezialität der Zentralniedersachsen. Der Vergleich mit geliefertem Wein aus Süddeutschland hinkt: Berliner Weinberge haben keinen guten Ruf.

Am Ende bleibt vom guten Geschmack hannoverscher Backwaren das Geschmäckle feudalen Verwöhnens. Wulff sollte sich einen neuen Bäcker suchen - in Berlin.

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