Bereits das Dritte in drei Tagen

Schweres Schiffsunglück vor Libyen: Mindestens 74 Flüchtlinge sterben - Frauen und Kinder unter den Opfern

Vor der Küste Libyens sind erneut zahlreiche Menschen im Mittelmeer ertrunken. Es war bereits der dritte Vorfall dieser Art in den vergangen drei Tagen.

  • Ein Boot mit über 120 Menschen an Bord sank vor der Küste Libyens.
  • Mehrere Dutzend Menschen starben im Mittelmeer.
  • Nur knapp 50 Flüchtlinge konnten gerettet werden.

München/Tripolis - Erneut ist ein vollbesetztes Schiff mit Flüchtlingen vor der Küste von Libyen gesunken. Es war bereits das Dritte in den vergangenen drei Tagen. In dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land machen sich immer wieder Menschen über das Mittelmeer auf, um in Europa Asyl zu beantragen. Häufig sinken die völlig überladenen und teilweise See-untauglichen Boote kurz nach dem Ablegen. Nicht selten kommt es zu Toten - wie auch dieses Mal.

Schiffsunglück vor Libyen: 74 Menschen sterben im Mittelmeer

Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag mitteilte, seien bei dem jüngsten Schiffsunglück im Westen Libyens mindestens 74 Menschen gestorben. An Bord sollen sich aber mehr als 120 Personen aufgehalten haben. Unter ihnen auch zahlreiche Frauen und Kinder. 47 Überlebende wurden von der Küstenwache und Fischern gerettet, so das IOM weiter. Mittlerweile konnten auch 31 Leichen geborgen werden. Die Suche nach den restlichen Opfern dauere noch an.

Schiffsunglück vor Libyen: Am Mittwoch wurden über 100 Menschen gerettet

Nur einen Tag zuvor geriet ein anderes Boot vor der Küste Libyens in Seenot. Das spanische Schiff „Open Arms“ kam zu Hilfe und konnte 110 Migranten aus dem Mittelmeer retten. Ein sechs Monate altes Baby starb jedoch, kurz nachdem es aus dem Wasser gezogen wurde. Fünf weitere Flüchtlinge konnten nur noch tot geborgen werden. Insgesamt starben so in den vergangen zwei Tagen 19 Menschen, die auf zwei gekenterten Booten die Überfahrt nach Europa wagten.

Die Zahl der Migranten - besonders aus den Staaten Libyen und Tunesien - hat in diesem Jahr wieder stark zugenommen. Auf der italienischen Insel Lampedusa sind in den vergangenen Tagen mehrere Boote besetzt mit Hunderten von Menschen gelandet. Insgesamt kamen dort in diesem Jahr etwa 31.000 Flüchtlinge an. Im gleichen Zeitraum 2019 waren ungefähr 10.000 Personen. Mehr als 11.000 Bootsflüchtlinge wurden zurück nach Libyen geschickt, oftmals „auf die Gefahr hin, dass sie Menschenrechtsverletzungen, Haft, Missbrauch, Menschenhandel und Ausbeutung ausgesetzt“ werden, erklärte die IOM. (tel/afp/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Für großes Aufsehen sorgte die Aussage eines Pfarrers aus Nürnberg, Christen könnten Migranten* ertrinken lassen. Ende September gab es einen Vorstoß das EU-Asylrecht zu ändern. Das stieß jedoch besonders bei den osteuropäischen Mitgliedern auf Ablehnung.

Rubriklistenbild: © Sergi Camara/dpa

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