Patentrezept hat keiner

Kommentar: Flüchtlinge sterben im Mittelmeer

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Es ist eine Katastrophe mit Ansage und - so bitter es ist: Es wird nicht die letzte im Mittelmeer sein. Denn Not und Elend sind so groß in manchen Regionen Afrikas, dass die Menschen dort bereit sind, für die Verheißung Europa alles auf eine Karte zu setzen. Von Angelika Dürbaum

Und genauso groß ist die kriminelle Energie der Schlepper, die mit dieser Not Reichtümer anhäufen. Ein Patentrezept, wie die Probleme in den Griff zu bekommen sind, hat derzeit wohl niemand. In der Europäischen Union werden Maßnahmen und Programme diskutiert, aber der Wille zum Handeln ist nicht sehr groß. Das Fehlen einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik macht sich deutlich bemerkbar. Dies zeigt sich etwa am Beispiel „Mare Nostrum“: Dieses Seenotrettungsprogramm hat nach Angaben der federführenden Italiener mehr als 140.000 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt. Ziel der Mission, die pro Monat neun Millionen Euro kostete, war es, Flüchtlingsboote im Mittelmeer aufzuspüren und in den nächsten sicheren Hafen zu eskortieren. Befürchtungen, damit nur Anreize für Schlepper zu schaffen, und der Wunsch Roms nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung anderer EU-Staaten, stoppten das Projekt. Das neue EU-Programm Triton konzentriert sich auf die Überwachung der Küste Italiens. Es kostet monatlich nur noch 2,9 Millionen Euro. Am Geld scheitert bislang unter anderem auch der Vorstoß, EU-Büros in Ländern wie Syrien oder Libyen einzurichten, in denen sich Asylwillige direkt melden können.

Das Wichtigste aber dürfte im Moment sein, die Lebensbedingungen in den afrikanischen Krisenländern selbst zu verbessern. Sie leiden seit Jahrzehnten unter Misswirtschaft und Naturkatastrophen, aber sie bluten seit einigen Jahren auch aus wegen Bürgerkriegen und der Gewalt der islamistischen Terrormilizen Boko Haram und IS.

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