Freie Deutsche Peinlichkeit

W ie sieht ein Neuanfang einer Partei aus, die nach den letzten Wahlen in der Bedeutungslosigkeit zu versinken droht? Den blassen und jenseits der Grenzen nicht ganz ernst genommenen Vorzeigeminister im Außenamt lässt man weiter seinen Lieblingsjob machen.

Schließlich hat er sich aus der Parteiführung drängen lassen, da hat sich der Wirtschaftsminister länger geziert. Der kann ja immerhin glänzende Konjunkturdaten vorweisen, was ihm aber leider und zu Recht nicht persönlich zugeschrieben wird. Flugs wird der angebliche Wirtschaftsfachmann zum Fraktionschef, denn irgendwie muss der alte Strippenzieher ja bei Laune gehalten werden, auch wenn dessen intrigante Ader eigentlich gegen eine solche Lösung spricht.

Aber egal - das Wirtschaftsressort beansprucht der neue erste Mann, da gibt´s weniger Hiebe als an der Spitze des Gesundheitsministeriums. An die rückt der bisherige Staatssekretär auf - die einzig wirklich nachvollziehbare Personalie. Denn die an vorderster Front für die Wahlschlappen mitverantwortliche Fraktionschefin soll jetzt Erste Stellvertreterin des neuen Vorsitzenden werden. Das ist zwar nicht logisch, aber gesichtswahrend. Respekt! Alle sind versorgt und in trockenen Tüchern. Ein Neuanfang ist das allerdings nicht. Wenn die inhaltliche Erneuerung nach ähnlichem Muster verläuft, dann gute Nacht. Wir zitieren eine Reaktion aus dem Internet, die besonders gefällt: Freie Deutsche Peinlichkeit.

frank.proese@op-online.de

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