Kommentar: Ein Fünkchen Hoffnung

Noch steht Kofi Annans Friedensplan für Syrien nur auf dem Papier. Und das ist bekanntlich geduldig. Dass die Regierung in Damaskus ihn akzeptieren will, klingt vielversprechend. Von Werner Menner

Es wäre allerdings nicht die erste Zusage, die von Assad gebrochen wird. Skepsis ist angebracht.

Aber auch Hoffnung, denn dieser Friedensplan des früheren UN-Generalsekretärs könnte endlich Bewegung in die verhärteten Fronten bringen. Sofern er von beiden Seiten akzeptiert und umgesetzt wird, die Waffen wirklich schweigen und die Vereinten Nationen die Waffenruhe nicht nur beobachten, sondern auch kontrollieren können.

Die größte Schwachstelle des von Annan präsentierten Friedensplans ist, dass in ihm von Präsident Baschar al-Assad und einem raschen Ende der Allmacht seines Clans nicht die Rede ist. Aber das war vermutlich der Preis dafür, dass China und Russland ihn nicht von vorneherein ablehnen, sondern wohlwollend kommentieren.

Die Aufständischen werden dies nicht tun. Sie werden auch nicht glauben, dass das Regime sich um 180 Grad dreht und plötzlich Demonstrationen zulässt, in denen es an den Pranger gestellt und unterminiert wird. Das Gros der Assad-Gegner wird glauben, dass der Zyniker einmal mehr auf Zeit spielt. Und dass die rund 8000 Syrer, die das Regime ermorden ließ, weil sie endlich freie Menschen sein wollten, umsonst gestorben sind.

Der Assad-Plan ist ein erster kleiner Schritt in Richtung auf einen Frieden, der noch sehr weit entfernt ist.

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