Gerät der Kita-Ausbau in Gefahr?

Offenbach (psh) ‐ Der Ausbau der Kita-Plätze für unter Dreijährige bis zum Jahr 2013 ist nach Einschätzung der Kommunen in Hessen „noch mit vielen Fragezeichen“ verbunden.

Sie fordern neben den zugesagten Milliarden des Bundes vor allem mehr Geld von der Landesregierung. Michael Hofmeister vom hessischen Städtetag erinnert daran, dass Bund, Länder und Gemeinden vor vier Jahren eine Drittelbeteiligung vereinbart haben. „Jetzt wollen insbesondere die Länder zum Teil nichts mehr davon wissen“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung: „Insoweit ist der Ausbau bis zur 35-Prozent-Quote zwar nicht direkt in Gefahr, einige Städte in Hessen haben ihn schon fast erreicht, allerdings ist der Rechtsanspruch ab 2013 doch fraglich und muss vor dem Hintergrund fehlender Finanzierung durch Bund und Länder neu diskutiert werden.“

Für zusätzlichen Druck bei den Ausbauplänen sorgt der immer spürbarere Mangel an Erziehrinnen. Es brennt an allen Ecken. Auch im Rhein-Main-Gebiet suchen viele Kitas händeringend nach Fachkräften. Zur Situation in Frankfurt erklärte Martin Müller-Bialon, Referent von Bürgermeisterin Jutta Ebeling: „Es dürften etwa 3500 Fachkräfte sein, die wir bis 2013 brauchen. Wobei zu betonen ist, dass diese Prognose für alle Frankfurter Kitas gilt, also auch die freigemeinnützigen und kirchlichen.“ In Frankfurt haben die Erzieherinnen Vorteile, denn sie werden nach der Entgeltgruppe 8 vergütet (andere Kommunen zahlen entsprechend der Gruppe 6); zudem wird neuen Erzieherinnen die Gehaltsstufe 2 angeboten, sodass eine Berufsanfängerin in der Mainmetropole etwa 2321 Euro verdient.

In anderen Kommunen wächst der Ärger. Kritik am „Wettbewerb der Kommunen um Erzieherinnen“ kommt vom Jugenddezernenten des Main-Kinzig-Kreises, Dr. André Kavai. Er legte ein Konzept vor mit dem Titel „Kooperation statt Konkurrenz: Jetzt gegen den Erziehermangel vorgehen“. „Die Rhein-Main-Region ist gut beraten, sich dieser Problematik anzunehmen und muss damit beginnen, an Lösungen zu arbeiten“, heißt es in dem Papier. „Kommunen, Land, Träger der Einrichtungen und die Agentur für Arbeit müssen aufeinander abgestimmt und gemeinsam vorgehen“, machte der Kreisbeigeordnete deutlich.

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