Gewalt in Nahost

Nur Verlierer

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Offenbach - Es sind die stets wiederholten Rituale des Nahost-Konflikts, die die Hoffnung auf eine Lösung fast zunichte machen: Gewalt erzeugt nur Gewalt. Seit Tagen bekämpfen sich Israelis und Palästinenser. Auf internationaler Bühne glühen die diplomatischen Drähte. Vin Marc Kuhn

Nun wollen auch die Amerikaner eingreifen - endlich. Präsident Obama hat das Palästina-Problem bisher sträflich vernachlässigt. Leider. Schließlich ist nur Washington in der Lage, mäßigend auf die Israelis einzuwirken. Sie haben diesen erneuten Ausbruch des Konflikts heraufbeschworen, indem sie den Militärchef der Hamas umbrachten. Mit solchen Attacken auf führende Köpfe der radikalen Islamisten will Jerusalem die Organisation schwächen. Ein Trugschluss.

Solange sich die Hamas der massiven Unterstützung aus dem arabischen Lager sicher sein kann, wird sie nicht klein beigeben. Und solange Israel das soziale Elend im Gazastreifen und den Flüchtlingslagern durch seine Politik forciert, werden die radikalen Kräfte den Rückhalt bei der Mehrheit der Palästinenser haben. Selbst eine Bodenoffensive in dem abgeriegelten Streifen am Mittelmeer würde den Israelis nicht den erhofften Erfolg bringen - das hat der letzte Einmarsch gezeigt.

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Keine Waffenruhe

Die Hamas ist indes stets bereit, das Risiko einer direkten Konfrontation einzugehen - daran würde auch eine Waffenruhe in der aktuellen Auseinandersetzung nichts ändern. Angesichts der Unruhe in der gesamten Region setzt sie auf eine Politik der Nadelstiche. Die Islamisten provozieren. Die militärischen Reaktionen mit Hunderten von Toten und Tausenden von Verletzten sollen das internationale Ansehen Israels diskreditieren. Für diese Politik nimmt die Hamas die eigene Bevölkerung in Geiselhaft.

Hier tötet Israel den Hamas-Chef

Hier tötet Israel den Hamas-Militärchef

Die verfahrene Situation zeigt: Ohne einen Interessenausgleich mit einer Zwei-Staaten-Lösung wird der Nahost-Konflikt nie gelöst. Doch davon ist Palästina sehr weit entfernt. Zumal in den Hauptstädten der Weltmächte sicherlich Pläne für eine Umgestaltung der Landkarte in der Region durchgespielt werden. Schließlich steht Syrien vor dem Zusammenbruch, im Irak gärt es und der Atomstreit mit dem Iran schwelt weiter.

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