Hilfe für pflegende Angehörige

Vor Ort handeln

Kein Zweifel: Jeden Tag waschen, füttern, Essen zubereiten oder einfach da sein in einem 24-Stunden-Job, da stößt derjenige, der aufopfernd Angehörige pflegt, schnell an seine Grenzen - und braucht mehr Unterstützung vom Staat und von Wohlfahrtsverbänden. Beim gestrigen Fachgespräch des „Pflegedialogs“ hat Gesundheitsminister Philipp Rösler zwar viele Verbesserungen versprochen. Ob er es durchsetzen kann, ist fraglich. Wichtiger sind jetzt schnelle Veränderungen, die mit kleinen, unbürokratischen Schritten vor Ort erreicht werden könnten. Von Peter Schulte-Holtey

So stehen zum Beispiel auch im Rhein-Main-Gebiet viele professionelle Betreuer, ehrenamtliche Helfer und Pflegedienste bereit, um Pflegende zu entlasten. Jede Kommune hat Sozialstationen, an die man sich wenden kann. Es gibt Pflegestützpunkte (unter anderem in Offenbach), eine Pflegeplatzbörse im Kreis Offenbach - auch bei den Pflegekassen kann man sich beraten lassen. Der Dschungel an Angeboten, die Hilfe versprechen, ist dicht und unübersichtlich. Die Folge: Viele Betroffene sind nur unzureichend über Unterstützung informiert oder wollen es alleine schaffen - und überfordern sich. Deswegen ist es richtig, dass Politiker jetzt prüfen wollen, wie die angebotene Hilfe besser genutzt werden kann. Zudem sollten die Pflegenden organisatorisch besser unterstützt werden; sie haben ja oft mit bürokratischen Auseinandersetzungen bei den Pflegekassen über Rollstühle oder andere Hilfsmittel zu kämpfen.

In den Kommunen kann ohne größeren Aufwand viel getan werden, um die Vernetzung der Hilfe zu verbessern. Bei einer Studie zu Angeboten für die Betreuung von Demenzkranken in Hessen hat sich ja zuletzt gezeigt, dass überall händeringend eine Koordinierungsstelle gesucht wird, die sich um die Bildung und Pflege von Kooperationsstrukturen kümmert.

@peter.schulte-holtey@op-online.de

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