Hart getroffen

Die Affäre um IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kommt zum denkbar unglücklichsten Zeitpunkt – nicht nur für den Politiker und Finanzmann, sondern auch für den Internationalen Währungsfonds und die angeschlagenen Euro-Staaten.

Während das Rettungspaket für Portugal unter Dach und Fach ist, muss Griechenland bangen. Der Mittelmeerstaat braucht voraussichtlich bis zu 60 Milliarden Euro zusätzliche Unterstützung. Der Sozialist Strauss-Kahn hat gute Drähte zur griechischen Regierung.

Auch den IWF trifft die Affäre hart. Strauss-Kahn hatte ihm in der Finanzkrise einen Ruf als verlässlicher Rettungsanker verschafft, der nun hässliche Kratzer bekommt. Hinzu kommt: Selbst wenn sich die Vorwürfe gegen den Franzosen nicht bewahrheiten, werden seine Tage an der Spitze des Währungsfonds gezählt sein.

Und die bisherige Regel, dass der IWF von einem Europäer geführt wird, dürfte angesichts wirtschaftlich erstarkender Schwellenländer nicht mehr gelten. Der nächste IWF-Chef könnte aus Lateinamerika oder Asien kommen – und wenig Verständnis dafür haben, dass Länder im reichen Europa Staatshilfen kassieren.

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