Teurer Sprit entfacht Debatte über Erhöhung der Entfernungspauschale

Heftiger Streit um Entlastung für Pendler

Offenbach (psh) ‐ Die Gesichter an den Zapfsäulen werden länger, die Spritpreise sind auf Rekordniveau. Bei Pendlern und Verbänden werden die Rufe nach Entlastung lauter, die Regierung lehnt ab.

Für neuen Zündstoff im Streit sorgt eine Untersuchung des Steuerzahlerbunds. Demnach muss ein Durchschnitts-Pendler, der täglich 80 Kilometer mit seinem VW Golf auf dem Weg zum Job zurücklegt, 9200 Euro im Jahr berappen - 53 Cent auf den Kilometer gerechnet (Sprit- und Reifenkosten, Wertverlust etc.). Vor vier Jahren sah das anders aus; damals waren es noch rund 3000 Euro weniger, was einem Mittel von 37 Cent pro Kilometer entspricht. Damals wie heute kann der Autofahrer aber nur 30 Cent pro Kilometer als Pendlerpauschale bei der Steuererklärung geltend machen. Zur Erinnerung: Als die Pauschale 2007 festgelegt wurde, lag der Benzinpreis bei 1,13 Euro.

Der Steuerzahlerbund fordert nun vehement eine Erhöhung der Pendlerpauschale. Ulrich Fried, Vorsitzender des Verbands in Hessen, zu unserer Zeitung: „30 Cent pro Entfernungskilometer decken die tatsächlichen Kosten bei weitem nicht ab; die Entfernungspauschale muss jetzt dringend unter Berücksichtigung der tatsächlichen Fahrzeugpreise, Betriebskosten und Benzinpreise neu berechnet werden.“ Im öffentlichen Dienst habe man ja bereits auf die steigenden Kosten reagiert und die Erstattung bei dienstlicher Nutzung des privaten Pkw von 30 auf 35 Cent pro gefahrenen Kilometer erhöht, so Fried.

Auch der ADAC kämpft für eine Anpassung der Entfernungspauschale. Club-Sprecher Andreas Hölzel: „Die Bundesregierung darf vor den gestiegenen finanziellen Belastungen der Autofahrer nicht die Augen verschließen. Benzin ist heute so teuer wie noch nie.“ Die Pauschale sei für Autofahrer unzureichend, da sich der Satz von 30 Cent auf den Doppelkilometer, also auf Hin- und Rückfahrt, beziehe; mit 15 Cent je Fahrkilometer lasse sich jedoch kein Pkw betreiben. Das Bundesfinanzministerium will aber hart bleiben: Die Pauschale werde nicht erhöht, heißt es.

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