Hoeneß´ Steuerakte als offenes Buch

Kommentar: Hoeneß´Steuerakte als offenes Buch

Es ist Allgemeingut, dass in Bayern die Uhren anders ticken. Wenn tausende Finanzbeamte Einblick in die Steuerakte des mittlerweile verurteilten früheren Fußball-Managers Uli Hoeneß hatten, könnte dies also typisch bayerisch sein. Von Frank Pröse

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Es drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass nicht nur im Land von Seehofers CSU mit Finanzdaten schlampig umgegangen wird. Das Steuergeheimnis ist keines mehr, wenn nahezu jedermann im Ämtchen die Akten unkontrolliert einsehen kann. Das ist fatal, denn der Bruch dieses großen Versprechens schürt die Skepsis gegenüber dem Staat, zumal das Vertrauen in dessen Loyalität beim Datenschutz ohnehin angeknackst ist. Bange fragen wir uns: Wer hat Zugriff auf unsere Gesundheitsdaten? Wer überprüft die Datensammlungen bei Kassen, Kliniken oder ärztlichen Standesvertretungen? Dort haben unlängst Akten von hunderten Psychiatriepatienten sogar im Netz gestanden. Ein Fehler in der EDV! Kann passieren!

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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Durch den prominenten Fall Hoeneß gerät der Umgang mit dem Datenschutz in Deutschland erneut in den Fokus - beispielhaft für ein Problem, das alle angeht. Allzu oft lässt sich eben nachweisen, dass sensible Informationen nicht wirksam geschützt werden (können). Letztlich ist dann niemand schuld, geschweige denn überhaupt zuständig. Und für die Computerpanne kann ohnehin keiner etwas...

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