Terror per Post

Hysterie ist falsch

Postalische Massenbriefsendungen mit explosivem Inhalt scheinen die neue Masche terroristischer Kreise zu sein. Die Botschaft ist die alte geblieben: Ihr, die ihr euch mächtig und geschützt glaubt, seid vor uns nicht sicher. Angst und Hysterie in der Restbevölkerung sind der Kollateralschaden, der von den Urhebern dabei gerne in Kauf genommen wird. Der Absender fühlt sich so in seiner Bedeutung noch besser wahrgenommen. Von Lutz Kämpfe

Die Paket- und Briefbomben der vergangenen Tage haben zumindest in Hannover in dieser Hinsicht schon einen Treffer gelandet. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann konnte sich nicht bremsen und musste das Thema „Abschuss von zivilen Flugzeugen durch die Bundeswehr“ wieder lautstark auf die Tagesordnung setzen. Fragt sich, welches Flugzeug Schünemann abschießen lassen will, wenn der Postbote mit den brisanten Päckchen schon am Boden unterwegs ist. Hysterie und weitgehend blinder Aktionismus sind keine guten Antworten auf derartige Herausforderungen.

Terroristen werden weiterhin nach Sicherheitslecks und empfindlichen Stellen dort suchen, wo sie ihre Ziele sehen. Die Sicherheitsbehörden - allen voran die Geheimdienste - müssen und werden dem begegnen. Der Anschlagsversuch im Kanzleramt zeigt zudem wieder einmal, dass militant-islamistische Kreise kein Alleinpatent auf Bombenterror haben.

@leserbriefe@op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare