Zocker stoppen!

Kommentar: Illegales Glücksspiel

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Peter Schulte-Holtey

Leider ist die Suchtwirkung des Glücksspiels nicht so bekannt wie beispielsweise die von Heroin. Inzwischen sind es aber Zehntausende, die sich völlig verzocken und irgendwann in der Therapie bzw. in Schuldnerberatungsstellen landen. Von Peter Schulte-Holtey

Dass es höchste Zeit wird, dieses Problem mit einer rasant steigenden Zahl von Betroffenen viel ernster zu nehmen, sollte doch vor allem mit Blick auf den anhaltenden Glücksspiel-Boom im Internet selbstverständlich sein.

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Tatsächlich ist es ein Skandal, dass sich Deutschland europaweit zu einem wahren Paradies für illegales Glücksspiel entwickelt hat. In den letzten Jahren sei kein einziges Urteil gegen einen Online-Anbieter erfolgt, welches das Veranstalten und die Werbung für nicht genehmigte Glücksspiele unter Strafe gestellt hätte, berichten Experten.

Ein Regulierungsschlupfloch in Schleswig-Holstein führt dazu, dass Online-Casinos praktisch ungehindert bundesweit um illegale Kundschaft werben können. Dabei ist das Suchtpotenzial gerade bei Online-Casinos extrem hoch. Hohe Taktung, schnelle Spiele, etwa am Handy, sind nach Angaben von Psychologen um ein Vielfaches gefährlicher als das vergleichsweise langatmige Lotto-Spiel einmal oder zweimal die Woche.

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Der Ruf von Experten nach einer nationalen Aufsichtsbehörde sollte in der Politik endlich gehört werden. Schließlich geht es nicht nur um den Kampf gegen eine gefährliche Sucht, sondern auch um massive Steuerausfälle. Während die Lotteriegesellschaften 39 Prozent der Spieleinsätze an den Staat abführen, wirtschaften die Illegalen ja in die eigene Tasche.

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