Jeder fünfte kappt private Altersvorsorge

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Private Altersvorsorge stockt

Berlin - Wegen der Finanzkrise hat einer Studie zufolge bereits jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland seine private Altersvorsorge gekürzt oder gekündigt und die Tendenz steigt.

Demnach haben unter allen Berufstätigen 20 (Vorjahr: 17) Prozent private Vorsorgeverträge gekündigt oder reduziert - unter den über 50-Jährigen sogar 23 (17) Prozent. Das geht aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie des Instituts für Allensbach hervor, die im Auftrag der Postbank erstellt wurde.

Auch die Beträge, die für private Vorsorge investiert werden, entwickelten sich rückläufig: Berufstätige unter 50 geben dafür demnach im Durchschnitt gut 12 Prozent weniger aus als im Vorjahr. Die Studie hat zudem eine schnell wachsende Ost-West-Schere zutage gefördert: Im Osten hätten die Arbeitnehmer ihre Vorsorgeaufwendungen um 25 Prozent gegenüber 2009 gekappt.

“Damit werden in Westdeutschland mit 215 Euro heute exakt drei Viertel oder fast 100 Euro monatlich mehr in die private Altersvorsorge investiert.“

Zweifel an Riester

Vor allem die staatliche Riester-Förderung hat an Bedeutung und Ansehen verloren, wie es weiter hieß. Vor zwei Jahren bewerteten junge Berufstätige unter 30 Jahren noch zu 45 Prozent die Riester-Rente als “ideale Form der Alterssicherung“.

Heute sind es nur noch 26 Prozent. 2008 wollten 23 Prozent der jungen Berufstätigen einen Riester-Vertrag abschließen. Heute sind es der Studie zufolge nur noch neun Prozent.

Selbst von den Berufstätigen, die eigentlich ihre Absicht zum Ausbau der Vorsorge in den kommenden Jahren erklärt haben, habe jeder Vierte seine laufenden Vorsorgeverträge gekündigt oder gekürzt.

Insgesamt gäben die Berufstätigen weniger für die private Altersvorsorge aus. Bei den unter 50-Jährigen betrage das Minus im Schnitt zwölf Prozent. Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist ebenfalls erschüttert.

Laut Studie erwarten 37 Prozent der Befragten, dass ihnen der Staat wegen dessen hoher Verschuldung die Rente im Alter kürzen werde. 28 Prozent befürchten, dass die hohe Staatsschuld die Preise treiben und damit die eigenen Ersparnisse entwerten werde.

dpa/ap

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