Persönliche Entscheidung

Kommentar: Kleidung als Wegwerf-Ware

+

Rund 450 Kilo Müll schmeißt jeder Deutsche jährlich in diverse Tonnen oder gelbe Säcke - fast eine halbe Tonne pro Kopf. Gerade in der Weihnachtszeit wächst der persönliche Abfallberg. Von Peter Schulte-Holtey

Ein besonders heikles Thema tischt uns jetzt Greenpeace auf. Jeder hat es schon in seinem persönlichen Umfeld gemerkt; Kleidung wird immer mehr zur Wegwerf-Ware. Dabei sind die Zahlen eindrucksvoll: 5,2 Milliarden Kleidungsstücke haben die Deutschen in ihren Schränken, gut zwei Milliarden oder vierzig Prozent davon tragen sie sehr selten oder nie. Die Bundesbürger sortieren schnell wieder aus, kaum einer repariert Kleidung noch.

Dass da irgendetwas falsch läuft, liegt auf der Hand. Der Trend, Kleidung schon nach kurzer Zeit wieder zu „entsorgen“ und auf den Müll zu werfen, belastet Umwelt und Gesundheit. Viele Textilien werden ja mit giftigen Chemikalien hergestellt.

Doch wie kann sich der Konsument das vielleicht schlechte Gewissen beim Wegwerfen sparen? Wer weniger kauft, hilft sicherlich dabei mit, Rohstoffe zu schonen. Wer außerdem fragt, unter welchen Bedingungen Kleidungsstücke hergestellt und ob sie fair gehandelt werden, zeigt, dass ihm auch die Situation der Näherinnen - zum Beispiel in Bangladesch - nicht egal ist. Heutzutage kann sich jeder über die Arbeitsbedingungen einzelner Marken informieren. In der Regel wird jede noch so kleine positive Maßnahme nach außen gekehrt. Wenn sich auf der Website einer Firma keine Angaben zu den Arbeitsbedingungen und Schadstoffen finden lassen, dann deutet dies schon darauf hin, dass etwas im Argen liegt.

Der Regen kann kommen: Mode für nasse Tage

Es gibt halt Tatsachen, an denen kommt der Käufer nicht vorbei: Es kann nicht richtig sein, dass ein T-Shirt 2,99 Euro kostet. Und Vorsicht! Auch ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch mehr Geld für die Näherinnen. Nach Angaben von Experten sind die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Asien überall ähnlich. Egal, ob für Markenprodukte hergestellt wird oder für Discounter. Daraus muss jeder seine Schlüsse ziehen - bei der nächsten Einkaufstour.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare