Restaurant-Smileys

Kommentar: Arg kleine Häppchen

Keine Frage: Wer eine Gaststätte oder ein Restaurant betreibt wie einen Saustall, gehört schnellstens aus dem Verkehr gezogen. Die Ekel-Skala scheint ja nach oben offen zu sein. Von Ralf Enders

DasPrivatfernsehen etwa ermöglicht manchen Blick in Küchen, der dem Gast verwehrt bleibt - und bei dem ihm nicht nur die Galle hochkommt.

Smileys - lächelnde oder traurige Gesichter - an der Restaurant-Tür als sichtbares Fazit von Lebensmittelüberwachern sind dagegen ein untaugliches Mittel im Kampf gegen Fettreste und Kakerlaken. Zwei, drei Gesichtsausdrücke sind arg kleine Häppchen, um ein angemessenes Bild eines Restaurants zu zeichnen. Und Lebensmittelüberwacher sind auch nur Menschen. Wer garantiert, dass sie nicht aus persönlichen Gründen einen Betrieb an den Pranger stellen und so Existenzen gefährden?

Vor allem aber: Warum soll es eigentlich für Selbstverständlichkeiten eine Auszeichnung geben? Wer seinen Laden sauberhält, kommt seinen (gesetzlichen) Verpflichtungen nach. Das hat der Normalfall zu sein.

Zudem ist die Umsetzung des Lebensmittelrechts Ländersache. Wie bei den Themen Rauchverbot oder Sportwetten etwa würden wieder einmal 16 aufgeblähte Ministerialbürokratien mit einer Geschichte beschäftigt, die bundesweit einheitlich geregelt gehört.

Den Aufwand könnte man in mehr Personal stecken - für die chronisch unterbesetzten Lebensmittelüberwachungen zum Beispiel.

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare