Nur jeder Vierte will weniger fliegen

Kuriose Umfragen: Deutsche sorgen sich ums Klima - doch beim Fliegen hört der Spaß auf

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Ansturm am Münchner Flughafen: Die Fluglaune der Deutschen ist nur wenig eingetrübt

Hitzerekorde in Deutschland, neue Forschungsergebnisse zum Klimawandel: Einige Deutsche wollen laut einer Umfrage künftig weniger fliegen - aber es sind bei weitem nicht alle.

München - Das bequeme und schnelle Reisen mit dem Flieger ist für die Mehrheit der Deutschen anscheinend wichtiger als der Klimaschutz: So will nur jeder Vierte in Zukunft aus Sorge ums Klima seltener fliegen. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage im Deutschlandtrend der ARD.

Unter denjenigen, die mindestens einmal pro Jahr mit dem Flugzeug unterwegs sind, gaben dies 23 Prozent an. Elf Prozent glauben, dass sie zukünftig häufiger fliegen werden, unter den 18- bis 49-Jährigen waren dies 18 Prozent.

Zwei Drittel wollen an ihrem Flugverhalten nichts ändern

Zwei Drittel der regelmäßigen Flugpassagiere (64 Prozent) glauben nicht, dass sie in den nächsten Jahren etwas an ihrem Flugverhalten ändern werden. Das betrifft sowohl Vielflieger, die häufiger als zweimal jährlich fliegen, als auch Wenigflieger, die ein- bis zweimal jährlich fliegen.

Für die Mehrheit der Bundesbürger stellen sich derartige Fragen nicht: 63 Prozent fliegen nur selten oder gar nicht. 29 Prozent steigen ein- bis zweimal jährlich ins Flugzeug, acht Prozent sind dreimal oder häufiger pro Jahr mit dem Flugzeug unterwegs. Überdurchschnittlich häufig fliegen Jüngere, Bessergebildete, sowie Menschen mit einem höheren Einkommen.

Allgemein gesehen machen sich die Deutschen aber durchaus Sorgen ums Klima. So ergab im Mai eine YouGov-Umfrage, dass sich vier von fünf Menschen in Deutschland eine Energiewende für einen besseren Klimaschutz wünschen.

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Grünen-Chef Habeck will Kerosin verteuern

Diese Zahlen platzen in die Debatte um eine höhere Flugpreise. So will Grünen-Chef Robert Habeck Kerosin für Binnenflüge normal besteuert sehen. "Mit den Einnahmen von etwa 500 Millionen Euro könnte man die Mehrwertsteuer auf Bahntickets verringern, was etwa 400 Millionen Euro kostet. Das könnten wir ab Herbst 2019 einführen“, so Habeck gegenüber den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Wie dringlich das Handeln in Sachen Klimaschutz wird haben aktuell Schweizer Forscher festgestellt - und gleich dabei gleich eines der Hauptargumente von Klimaskeptikern widerlegt. Nämlich jenes, dass die Erde auf eine Warmzeit zusteuere, die mit dem von Menschen gemachten Klimawandel nicht zu tun habe. 

"Selbst, wenn wir bis in die frühen Tage der römischen Kaiserzeit zurückgehen, lässt sich kein Ereignis finden, das in Grad oder Ausmaß dem globalen Temperaturanstieg der vergangenen Jahrzehnte auch nur annähernd entspricht", so laut „Spiegel“ das Fazit der Untersuchungen. Die Forscher werteten hierbei Klimainformationen aus zwei Jahrtausenden aus, die Experten aus den Jahresringen von Bäumen ermittelt haben.

Die Klima-Tragödie wird indes auch in Island bereits sichtbar, denn dort ist ein einstiger Gletscher inzwischen nicht mehr wiederzuerkennen. 

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dpa/AFP/mb

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