Koalitionsspitzen beraten über Zuwanderung

Berlin - Die Spitzen von Union und FDP wollen am 18. November über die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte beraten und daraus ein Gesamtkonzept entwickeln.

Dies kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin an. Der Fachkräftemangel in Deutschland sei unbestritten und er werde sich durch die demografische Entwicklung noch verschärfen.

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Bei dem Treffen im Koalitionsausschuss sollen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Bildungsministerin Annette Schavan und Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU) Konzepte zum Abbau des Fachkräftemangels vorlegen.

Dabei soll nicht nur Bilanz der bisherigen Maßnahmen gezogen werden, kündigte Seibert an. Die Ressortchefs sollen auch eine Einschätzung abgeben, wie sich die völlige Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus der EU vom 1. Mai 2011 an auswirken werde. Geprüft werden müsse dann, “was noch zu tun ist“.

Brüderle: Fachkräftemangel kostet Milliarden

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kostet der dramatische Fachkräftemangel der Gesellschaft jährlich Milliarden. So habe der Personalmangel allein im Krisenjahr 2009 zu Wohlstandsverlusten von etwa 15 Milliarden Euro geführt, sagte Brüderle am Montag in Berlin.

Aktuell fehlten 36 000 Ingenieure und 66 000 Computerspezialisten. Die Regierung plant nun, Berufsabschlüsse von bereits in Deutschland lebenden Zuwanderern schneller anzuerkennen. Davon könnten etwa 300 000 Personen profitieren. Dafür wird eine zentrale Datenbank aufgebaut, in der Bewerber ihre Abschlüsse bewerten lassen können. Brüderle will zweigleisig fahren: “Wir müssen inländische Potenziale besser ausschöpfen und durch intelligente Integrationspolitik ausländische Fachkräfte gewinnen.“

dpa

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