Gespräche von CDU und Grünen in Endrunde

Postenpoker hinter den Kulissen

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Wiesbaden - In einer Woche müsste der schwarz-grüne Koalitionsvertrag auf dem Tisch liegen, um rechtzeitig vor Weihnachten von den Parteien abgesegnet zu werden.  Von Petra Wettlaufer-Pohl

Über das Personal entscheidet nach der Einigung über Ministerien und deren Zuschnitte jeder Parteichef für sich. CDU-Chef Volker Bouffier will die Union weiblicher machen. Eva Kühne-Hörmann, Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und Umweltministerin Lucia Puttrich, beide seit 2010 Stellvertreterinnen Bouffiers im Vorstand und Mitglieder der Verhandlungskommission für die schwarz-grünen Koalitionsgespräche, gelten als „gesetzt“. Puttrich dürfte allerdings das Umweltressort verlieren, da die Grünen dieses Ministerium beanspruchen. Für Wissenschaft und Kunst gilt dies nicht. Die Juristin Kühne-Hörmann, ehemals rechtspolitische Sprecherin der Fraktion, wäre aber auch im Justizministerium vorstellbar. Selbst für das Innenministerium war die Zweitplatzierte auf der CDU-Landesliste schon im Gespräch.

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Die etwas spröde Politikerin führt vielleicht nicht die Beliebtheitsskala an, hat sich aber auch keine großen Patzer erlaubt. Die Ursprünge des Skandals um die Förderung der privaten European Business School (EBS) lagen vor ihrer Zeit. Problematisch ist jedoch ihr Standing in der Kasseler CDU. Immer wieder gibt es Streit mit der Jungen Union. Zur ernsthaften Gefahr für „EKH“, wie sie genannt wird, haben sich ihre Kritiker aber bislang nicht entwickelt. Dafür bringen sie jetzt einen neuen Namen ins Spiel: Der bisherige Landwirtschaftsstaatssekretär Mark Weinmeister aus Guxhagen, der dem neuen Landtag angehört, werde gegen Kühne-Hörmann in Stellung gebracht, heißt es.

Freude und Frust - Hessenwahl in Bildern

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Bei den Grünen sind für Kabinettsposten im Gespräch neben Grünen-Chef Tarek Al-Wazir die Bundestagsabgeordnete Priska Hinz. Für den Fall, dass Al-Wazir drei Ministerien heraushandelt, fiel aber auch schon der Name von Hinz’ Kasseler Bundestagskollegin Nicole Maisch - oder der von Daniela Wagner aus Darmstadt, die es nicht in den Bundestag geschafft hat. Die Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen gehen in die entscheidende Woche. Gestern Abend wollten die Unterhändler erneut im Kurort Schlangenbad zusammenkommen.

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