Kommentar: Dämlicher geht's nicht

Da bildet sich eine Allianz der besonderen Art. Das Anti-Islam-Bündnis braucht die AfD, um ihre Forderungen politisch durchzusetzen, und die AfD glaubt offensichtlich, Pegida brauchen zu müssen, um bei den Massen Fuß fassen zu können. Von Frank Pröse

Anders sind die jeden Tag irrsinniger werdenden ausländerfeindlichen Auswüchse kaum mehr erklärbar. Da gibt es eine Geiselnahme am anderen Ende der Welt, und die AfD instrumentalisiert die Opfer für die eigene Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie. Das ist dämlich und bösartig zugleich. Immerhin zeigt die Führung der Partei, wes Geistes Kind sie ist. Ein tragfähiger Zusammenhang ist zwischen Dresden und Sydney unter keinen Umständen herzustellen. Ganz nebenbei den AfD-Herren ins Stammbuch: Der Oktoberfest-Attentäter war kein Moslem. Das mörderische NSU-Trio hat keinen Migrationshintergrund.

Ausländer können genauso straffällig werden wie Deutsche! Aber mit einem Feindbild lassen sich die Ängste der Menschen leichter manipulieren. Der Geiselnehmer von Sydney war vor seiner Einreise in den 1990er-Jahren nicht auffällig. Die einzige Konsequenz wäre es also nach AfD-Lesart, keine Muslime mehr einreisen zu lassen und alle hier lebenden auszuweisen. Das sagt die AfD nicht. Aber sie meint es.

15 000 bei "Pegida"-Demo in Dresden

15 000 bei "Pegida"-Demo in Dresden

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