Das Antlitz des Kalifats

Kommentar zur Aktion „Realität Islam“

Die Demokratie hat ein großes Herz. Was soll schon dabei sein, wenn ein paar nette junge Männer in weißen Turnschuhen an Info-Ständen politische Willensbildung betreiben und Unterschriften für eine Petition sammeln? Von Michael Eschenauer

Bei der Aktion „Erhebe deine Stimme gegen das Kopftuchverbot“ fühlt man sich an die mittlerweile zu Recht verbotenen „Lies!“-Kampagnen in bundesdeutschen Fußgängerzonen erinnert. Was soll schon schlecht daran sein, den Koran zu lesen? Was spricht gegen die demokratische Grundübung einer Petition an den Deutschen Bundestag?

Die Gefahr derartiger Info-Stände liegt in ihrer scheinbaren Harmlosigkeit. Die Hintermänner von „Realität Islam“ operieren verdeckt. Zum einen versuchen sie, mit der Falschmeldung eines angeblich bestehenden oder geplanten „Kopftuchverbots“ einen Keil zwischen junge Migranten und die deutsche Gesellschaft zu treiben, ein Gefühl der Konfrontation „wir Muslime gegen die Ungläubigen“ zu inszenieren. Zum anderen – und dies ist mindestens genauso gefährlich – dienen derartige Stände als Kontaktplattform und Durchlauferhitzer.

Islamisten, reaktionäre Antidemokraten versuchen, über das Thema „Petition gegen Kopftuchverbot“ Nachwuchs zu rekrutieren, an junge Ausländer heranzukommen, sie vorsichtig an der Hand zu nehmen und in eine Welt zu führen, in der eine rigide Religion für Demokratie und Toleranz keinen Raum lässt. Die Frage, wer da eine „Wertediktatur“ errichten will, hat der Verfassungsschutz klar beantwortet.

Das Antlitz, das uns das Kalifat zeigt, ist freundlich. Seine Statthalter haben Erfahrung in der hohen Kunst der Manipulation. Junge Menschen, zumal wenn sie es manchmal nicht leicht wegen ihrer Geschichte als Zuwanderer haben, sind da eine wehrlose Beute.

Bei „Realität Islam“ und ähnlichen Gruppen kann es nur eine Antwort geben: Keine Plattform, kein noch so kleines Eckchen in der Fußgängerzone für Feinde der Demokratie.

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