Altersarmut in Heimen

Kommentar: Zu wenig bewegt

Die Altersarmut wird auch in Altersheimen sichtbarer. Fast 400.000 Senioren können sich keine Altenpflege mehr leisten, benötigen Hilfe vom Staat. Das sind Zahlen, die aufrütteln sollten.

Zwar ist seit langem bekannt, dass viele Ruheständler nicht in der Lage sind, von ihrer Rente einen Heimplatz zu berappen. Zuletzt lagen die Kosten in Pflegestufe 3 bei durchschnittlich knapp 2900 Euro pro Monat. Es ist also kein neues Problem, nur die Dimension hat sich verändert.

Natürlich ist es schwierig, schnelle Lösungen für ein ins Wanken geratenes Sozialsystem zu präsentieren, wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Senioren finanzieren müssen. Zumindest für die Zukunft sollte jetzt aber eine nachhaltige Wende eingeleitet werden. In der CDU und in der SPD wird bereits heftig um Reformmodelle gerungen. Die Bundesregierung muss sich allerdings fragen lassen, warum zuletzt so wenig bewegt wurde: Wie kann es sein, dass in vielen Branchen Gehälter bezahlt werden, die kein auskömmliches Leben ermöglichen, geschweige denn eine ausreichende Altersvorsorge? Und warum haben zehn Jahre nach Erfindung der Riester-Rente knapp die Hälfte derer, die von ihr profitieren könnten, keinen Vertrag abgeschlossen?

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