Chance für Nachwuchs

Kommentar: Altersgrenze bei Bürgermeistern

Es ist schon seltsam, dass es für Bürgermeister andere Altersgrenzen gibt als für hauptamtliche Magistratsmitglieder. Das kann mit der Direktwahl der Bürgermeister allein und damit quasi dem Urteil des Bürgers über die zu wählende Person nicht begründet werden. Von Petra Wettlaufer-Pohl 

Überhaupt ist es schwer festzulegen, ab wann einer nicht mehr arbeiten darf. Die einen sind mit 80 fit wie ein Turnschuh und sitzen noch ehrenamtlich im Magistrat, andere sind froh, wenn sie die gesetzliche Altersgrenze erreicht haben. Wieder andere möchten auch mit über 60 noch mal was Neues anfangen. Gleichwohl: Irgendwann lassen die Kräfte nach, das sagt die Lebenserfahrung. Bei Abgeordneten und Ministern, bei denen es keine Altersgrenzen gibt, vollzieht sich der Abgang dann formal problemlos.

Eine Direktwahl dagegen erfordert größeren Aufwand. Deshalb ist es richtig, wenn der Gesetzgeber eine Grenze zieht, sie kann ja auch bei 70 liegen. Aber auch der politische Nachwuchs sollte eine Chance haben. Dass es daran manchmal mangelt, weil das Engagement in den Parteien und der Kommunalpolitik nachlässt, ist ein anderes Problem. Mit 80-jährigen Bürgermeistern würde es sich nicht lösen lassen.

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