Kampf gegen das Unheil

Kommentar zum Anschlag in Berlin

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Die Angst vorm Terror ist allgegenwärtig. Und plötzlich wird der Albtraum Realität, weil islamische Terroristen die Bekämpfung christlicher Tradition in Europa nicht aus den Augen verlieren. Und wieder kriecht die Angst in uns hoch, auch weil wir ratlos sind im Umgang mit Angreifern, die es auf die offene Gesellschaft abgesehen haben. Von Frank Pröse 

So wahr und sinnvoll die Appelle sind, sich nicht dem Terror zu beugen, so schwierig ist es, den gut gemeinten Ratschlägen zu folgen. Ablesbar ist das auch an der regelmäßig zu spürenden Aufgeregtheit nach Attacken, die ja kaum mehr abzuwehren sind, wenn schon Lastwagen als Mordinstrumente missbraucht werden. Trotz der Bitte, angesichts der Bedrohung einen kühlen Kopf zu bewahren, gerät dann so manches aus dem Ruder. Dann beispielsweise, wenn Politiker vom „Kriegszustand“ schwafeln oder Spitzenkräfte der Anti-Asyl-Partei AfD die Erregungsmaschinerie in Gang setzen, indem sie Misstrauen säen zwischen Deutschen und Ausländern oder die Opfer von Berlin gar als „Angela Merkels Tote“ bezeichnen, um mit diesem durchtriebenen Hinweis auf eine Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen den Eindruck zu vermitteln, dass damit der Terrorgefahr begegnet werden könne.

Natürlich gilt es, sich dem Terror nicht schutzlos auszuliefern. Und die Sicherheitsbehörden haben in dieser Hinsicht bisher einen guten Job gemacht. Sogenannte weiche Ziele wie Weihnachtsmärkte können aber nicht mit letzter Sicherheit geschützt werden. Deshalb ist Deutschland aber nicht gleich unsicher, wie AfD-Frontfrau Frauke Petry glauben machen will. „Wir dürfen die Gefahr nicht ignorieren, wir müssen mir ihr leben“, da ist NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zuzustimmen. Dazu gehört dann aber auch, Sicherheitslücken zu schließen, wenn sich solche bei der Einreise von Migranten auftun.

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Die Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden, ist weiterhin gering. Viel eher laufen wir Gefahr, dass widerwärtige Reaktionen auf Terrorakte die Gesellschaft vergiften. Da ist es von Vorteil, wenn die Bundeskanzlerin beispielhaft kühlen Kopf bewahrt und Engagement einfordert „für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen“. Es gibt keinen anderen Weg, als unsere demokratischen und humanistischen Werte offensiv zu verteidigen, andernfalls werden diejenigen, die hinter den Anschlägen stecken, ihre Ziele erreichen. Die Kraft im Kampf gegen das Unheil finden Christen in der Weihnachtsbotschaft.

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