Bilanz des TV-Duells

Kommentar: Keine Höhepunkte

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Angelika Dürbaum

Offenbach - Angekündigt war nicht weniger als der Höhepunkt des Wahlkampfs 2013. Doch dem Anspruch ist das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück, immerhin das einzige Aufeinandertreffen der beiden in diesem Wahlkampf, nicht gerecht geworden. Von Angelika Dürbaum

Neues war nicht zu hören, altbekannte Positionen wurden in sattsam bekannten Formulierungen ausgetauscht. Originalität? Fehlanzeige. Ernsthafte Diskussionen? Fehlanzeige. Wenigstens Stefan Raab sorgte mit seinen Fragen, wie etwa die an Peer Steinbrück zum Willen der Wähler zur großen Koalition, für etwas Lebendigkeit.

Untauglich ist schon das nach allen von Parteien und Sendern festgelegten Proporzregeln ausgeklügelte 2-plus-4-Format. Anders als das TV-Duell suggeriert, wählen wir am 22. September nicht den Kanzler, sondern den Bundestag. Es stehen nicht nur zwei Parteien, sondern insgesamt 34 Parteien zur Wahl. Ein wirklicher Beitrag zur Meinungsbildung der Wähler kann das Duell also nicht sein. In den USA oder in Frankreich, wo die Präsidenten im politischen System die entscheidende Stellung und die TV-Duelle schon eine lange Tradition haben, sieht das ganz anders aus. Und da versuchen auch nicht vier Moderatoren, sich in Szene zu setzen.

Viel über Sinn und Unsinn des TV-Duells zeigt auch die Geschichte von Frau Merkels schwarz-rot-goldener Halskette. Innerhalb einer halben Stunde hatte der spontan eingerichtete Twitter-Account @schlandkette bereits mehr als 2 000 Follower. Der Tweet „Hätte, hätte, Deutschlandkette“ gehörte zu den am meisten verbreiteten Kurznachrichten des Abends. Und was war mit den Aussagen der Kandidaten?

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