BKK-Versicherte suchen Kasse

Kommentar: Schäbiges Verhalten

Es ist nicht allein der Super-GAU der Krankenkassen, wie der Vorständler Ellis Huber gestern erklärte. Es ist der Betriebsunfall eines Systems, das bei Einführung nicht zu Ende gedacht war. Von Lutz Kämpfe

Bereits nach dem zurückliegenden Geschiebe von „guten“ und „schlechten Risiken“ zwischen Privatkassen und Gesetzlichen hätten die Verantwortlichen in der Politik wissen können, dass Solidarität als Handelsgut kaum zu vertreiben ist. Dennoch unterließ es die Gesetzgebung, ein ausreichendes Sicherungs- und Sanktionssystem für den Fall einer Kassen-Insolvenz vorzuhalten. Ausbaden müssen das jetzt jene Patienten, die nach der City-BKK-Pleite auf der Suche nach einem neuen Krankenversicherer herumirren.

Dass es sich dabei in vielen Fällen nicht um junge, kraftstrotzende Menschen handelt, sondern vermehrt um Kranke, zum Teil mit chronischen Leiden, zeigt die ganze Schäbigkeit des Vorgangs. Offenbart hat sich auch die schon lange grassierende Doppelmoral im Gesundheitssystem, das im Spagat zwischen Geschäftemacherei auf der einen und Unterfinanzierung auf der anderen Seite immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät.

Kommentare