Brüssel und der Datenschutz

Kommentar: Das Netz vergisst nicht

Den digitalen Radiergummi wird es nicht geben. So sehr man Brüssels ehrgeiziger Grundrechte-Kommissarin Viviane Reding wünschen würde, dass das „Vergessen“ als schützendes Recht ins Internet eingeführt werden kann, es bleibt eine Illusion. Von Detlef Drewes

Was auch immer Google, Facebook und die anderen großen Internetkonzerne sammeln, ist unvergessen. Und es steht - wie nicht nur die deutschen Erfahrungen zeigen - allzeit für jedwede Nutzung bereit. Ob Arbeitgeber, Bank oder Versicherung - die Recherche in den sozialen Netzwerken gehört längst dazu.

Gerade deswegen braucht die Union nicht nur ein klares, unmissverständliches, sondern auch striktes Datenschutz-Recht, das vor allem ein Ziel so weitgehend wie möglich sicherstellen sollte: Jeder Nutzer bleibt Herr seiner Daten. Das mag angesichts der technischen Möglichkeiten des Netzes illusorisch erscheinen. Aber jedes andere Ziel würde die Privatsphäre scheibchenweise preisgeben, bis wir vollständig von den Unternehmen abhängig sind, die über alle unsere persönlichen Informationen verfügen. Der Einwand, das sei ja längst Praxis, ist zwar richtig, aber er darf nicht entmutigen. Datenschutz ist zum großen, zentralen Thema im Internet geworden.

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