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Kommentar: Debatte um Drohnen für Bundeswehr

Braucht die Bundeswehr bewaffnete Drohnen? Der politische Streit um diese Frage suggeriert in erster Linie Skrupel vor dem Einsatz dieses Waffensystems, gerade so, als ob es gute und schlechte tödliche Waffen gäbe. Von Frank Pröse

Der Leopardpanzer scheint also die gute Waffe, denn die können wir sogar den Saudis verkaufen! Die Drohne wäre demnach die böse Waffe. Sie steht ja auch für „mehr Krieg, mehr Tote, mehr Unheil“, wie die Linke schimpft. Sie ist überzeugt davon, dass der ferngesteuerte Einsatz militärischer Gewalt die Hemmschwelle senkt. Auszuschließen ist dies nicht, vielleicht ist dieser Ansatz sogar realitätsnah, wird der schmuddelige Tod doch geradezu aseptisch auf Distanz gehalten.

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Aber wäre es nicht realitätsfern, aus moralischen Gründen auf Kampfdrohnen verzichten zu wollen, während deutsche Bodentruppen in entlegenen Ecken dieser Erde bedroht sind? Die Kriegsführung passt sich schließlich immer und überall den technischen Entwicklungen an. Wer will sich schon nachsagen lassen, nicht alles zum Schutz der eigenen Soldaten getan zu haben.

Freilich sollen nicht die äußerst unschönen Vorkommnisse der letzten Jahre verharmlost werden, beispielsweise die aus sicherer Entfernung erfolgte gezielte Hinrichtung von Menschen, die auf irgendwelchen Todeslisten stehen, und die Hinnahme sogenannter Kollateralschäden. Doch ist die Empörung darüber weniger groß, wenn die Menschen mit ferngelenkten Waffen aus Kampfjets getötet werden? Moralisch ist es schwer, gegen die Anmietung von Drohnen zu argumentieren. Der Ansatz ist eher der Verteidigungsauftrag der Bundeswehr. Drohnen sind Angriffswaffen, ungeeignet für eine Armee ohne Kampfauftrag. Und es stünde einer Verteidigungsministerin gut zu Gesicht, dies deutlich zu machen.

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