Kommentar: So geht es nicht

Hochspringerin Ariane Friedrich hat den Namen des Mannes, der sie mit einem Intimfoto belästigte, im Internet veröffentlicht.

Mit Blick auf den Fall in Emden, dort wurde ein 17-Jähriger unschuldig im Internet als Täter bezeichnet, wird sich kaum jemand darüber wundern, dass über diese Art von Selbstjustiz eine heftige Diskussion entbrannt ist.

Dabei fällt auf: Erstaunlich viele haben immer noch nicht verstanden, dass zwischen einer unüberlegten Äußerung im privaten Bereich und einem Facebook-Posting ein großer Unterschied besteht. Und wer gegen einen tatsächlichen oder vermeintlichen Stalker bei Facebook öffentlich zurückschlägt, kann sich alsbald mit einer Klage des Betroffenen konfrontiert sehen. Einen vermeintlichen Übeltäter mit Namen und Adresse ungeprüft an den Pranger zu stellen, ohne zu berücksichtigen, dass es in dem genannten Ort mehrere Personen gleichen Namens gibt, das geht viel zu weit und ist auch keine Notwehrsituation.

Zudem gilt ja zum Glück in unserem Rechtssystem die Unschuldsvermutung. Es ist nicht die Aufgabe des Opfers, Rache am mutmaßlichen Täter zu nehmen. Bestrafung ist in einem Rechtsstaat die Sache der Justiz.

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