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Unschlagbar günstig

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 Achim Lederle

Zum neunten Mal innerhalb von zehn Jahren erhöht die Bahn ab 9. Dezember ihre Preise. Mit dem Plus von im Schnitt 2,8 Prozent sollen die hohen Energiepreise ausgeglichen werden, heißt es. Von Achim Lederle

Diese Begründung ist allerdings etwas fadenscheinig, hat der bundeseigene Konzern im ersten Halbjahr 2012 doch mehr Fahrgäste befördert und den Gewinn deutlich gesteigert.

Von der Einnahmenseite her gibt es also keinen Grund für eine Preiserhöhung, von der Schuldenseite her schon. Nach wie vor drücken die Bahn Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 16,6 Milliarden Euro. Da wird jeder Euro dringend benötigt. Die Bahn hat jedoch ein Problem: Sie muss das verdiente Geld vor allem in modernere Züge, funktionierende Klimaanlagen und besser geschultes Personal stecken, um die Kunden zu halten und zu locken; zum Schuldenabbau dürfte da nicht viel übrig bleiben.

Verbands-Nörgler sind nicht zu besänftigen

Die Verbands-Nörgler und Auto-Lobbyisten wird die Bahn nie besänftigen und zur Umkehr bewegen. Viel wichtig ist es, noch mehr Kunden davon zu überzeugen, dass Bahnfahren entspannend, umweltfreundlich und trotz der Preiserhöhungen oft im Vergleich zu Auto und Flugzeug einfach unschlagbar günstig ist. Beispiel gefällig? Wenn wie geplant für Bahncard-Besitzer auch die Fahrt vom Startbahnhof zum Ziel und zurück im Preis inbegriffen sein sollte, bedeutet dies für Offenbacher, die mit der S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren und ab dort verreisen, 8,20 Euro weniger. Das gleicht die zwei Euro Aufpreis für die Bahncard 25 mehr als aus. Wer dann, sagen wir, nach Köln fährt, braucht mit dem ICE gut eine Stunde und zahlt jetzt, wenn er online einige Tage im voraus bucht, hin und zurück etwa 50 Euro. 2013 sind es vielleicht 52 Euro. Da kommt kein Auto mit...

achim.lederle@op-online.de

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