Deutsche Hilfe bei Drohnenangriffen?

Kommentar: Lizenz zum Töten

Die USA haben dem Terrorismus den Krieg erklärt. Mit allen Mitteln. Auch mit völkerrechtlich höchst fragwürdigen. Der Einsatz von unbemannten Kampfdrohnen gehört dazu. Und Deutschland macht mit. Fragen werden – wie es scheint – nicht oder nur sehr verschämt gestellt. Von Werner Menner 

Das erspart unangenehme Diskussionen. Berlin liefert Daten, Fakten und sogar pakistanische Handy-Nummern, beteiligt sich also nur ein klein wenig indirekt – und behält ansonsten eine weiße Weste. Als ob es so einfach wäre.

Die USA haben sich selbst eine Lizenz zum Töten ausgestellt, und sie nutzen sie hemmungslos. Bis zu 3500 Personen wurden bisher mittels Drohnen getötet. Darunter waren zweifelsohne zahlreiche Terroristen, aber eben auch viele Kinder, Frauen und alte Menschen. Unschuldige, die per Definition kurzerhand zu Terroristen erklärt werden, folglich also zu Recht getötet wurden. Das ist pervers, und man kann Amnesty International nur schwer widersprechen, wenn es den USA unterstellt, in Pakistan, im Jemen und in Somalia das Völkerrecht und menschenrechtliche Standards zu brechen. Kriege sind niemals sauber, und sie fordern immer Opfer. Auch unschuldige Opfer. Doch genau deshalb sollte Deutschland seine Rolle im Krieg mit Kampfdrohnen dringend überprüfen – und am besten rasch beenden.

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