Deutschlands Exportüberschuss

Kommentar: Im Sog des Leitwolfs

Das Gerede vom starken Deutschland, das seine Partner regelrecht unter den Tisch wirtschaftet, ist verstummt. Auch wenn die Analyse der Europäischen Kommission keine wirklich grundlegend neuen Erkenntnisse bietet, so zeigt sie doch deutlich mehr Realismus. Von Detlef Drewes

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Vor allem aber würdigt man die Leistungen des „Leitwolfs“, der mit seiner Führungsrolle einen Sog erzeugt, in dem unsere Nachbarn mitschwimmen können. Dennoch bleibt die Erkenntnis richtig: Ein derart hoher Leistungsbilanzüberschuss, wie ihn die hiesige Wirtschaft seit nunmehr sieben Jahren ununterbrochen erreicht, ist nicht gesund. Aber anstatt wie bisher an der deutschen Stärke herumzufummeln, fordert man nun Investitionen in das Binnen-Wachstum. Das ist tatsächlich naheliegend, aber nicht konsequent. Denn die Bundesregierung hat - übrigens einer anderen Brüsseler Order folgend - zunächst einmal für einen ausgeglichenen Haushalt gesorgt. Dass dabei gespart werden musste, weiß jeder. Wer verschuldet ist, kann eben nur eines tun: entweder investieren (und sich weiter verschulden) oder den Etat sanieren. Beides gleichzeitig funktioniert nicht.

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