Der Wert der Alternativen

Kommentar zur EEG-Umlage

Viel Aufregung um wenig bis gar nichts. Gerade mal vier Euro im Jahr kann eine vierköpfige Durchschnittsfamilie sparen, wenn ihr Stromversorger die Senkung der EEG-Umlage weitergibt, denn dazu ist er nicht verpflichtet. Von Frank Pröse

Schlimmer noch: Durch steigende Netzentgelte 2015 könnte es in einigen Regionen gar zu Strompreissteigerungen kommen. Weshalb also wird so viel Wind gemacht? Warum überschlagen sich Lobbyisten der Alternativenergiebranche, der konventionellen Energieerzeugung und der Industrie mit Stellungnahmen und sehen sich darin in ihrer jeweiligen Auffassung natürlich bestätigt? Antwort: Weil der Umgang mit alternativen Energien seit Fukushima und der folgenden Abkehr von der Atomkraft zum Glaubenskrieg ausgeartet ist. Die Fakten sind eindeutig: Niemand hat jemals gesagt, dass dieser Schwenk zum Ökostrom zum Nulltarif zu haben sei. Insofern ist lautstarke Kritik nur statthaft, solange in deren Zentrum die aus dem Ruder gelaufenen Fördermaßnahmen stehen.

Doch die Lektion ist längst gelernt. Die Ökobranche muss sich bereits im Wettbewerb beweisen. Dabei wird sie noch für einige Jahre mit Kostennachteilen kämpfen müssen. Die nimmt zumindest gedanklich eine Mehrheit in Deutschland in Kauf. Dieser geht es um den Wert der Erneuerbaren Energien an sich, um Klimaschutz und Generationengerechtigkeit. Was sind da schon vier Euro mehr oder weniger? Die Akzeptanz der Ökoenergie hängt offensichtlich nicht so am Preis, wie es die Bewahrer fossiler Energieträger erwartet haben. Die Kosten traditioneller Energien für Klima und Gesundheit sollen 2012 bei 42 Milliarden Euro gelegen haben. Das steht auf keiner Stromrechnung…

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