EHEC-Krisenmanagement

Kommentar: Komplett verunsichert

+
Ulrich Riedler

Hälfte der zunächst als gefährlich eingestuftenSprossen Entwarnung gibt, macht die Verunsicherung der Bürger nach Warnungen vor Gurken und Tomaten komplett. Von Ullrich Riedler

Dass man in Niedersachsen nun zurückrudert und für die Deutschland muss eine der schlimmsten Lebensmittelkrisen bewältigen, doch das Krisenmanagement ist mehr als dürftig. Dies ist um so erstaunlicher, da die Politik nach Fukushima alle Hebel in Bewegung setzte, um in großem Stil zu agieren. Doch bei dieser tödlichen Epidemie, die uns unmittelbar betrifft, erweist sie sich als unfähig. Mehr als 20 Menschen sind gestorben, über 2000 infiziert - und noch immer sind wir von koordiniertem Handeln weit entfernt.

Vielmehr herrscht ein Wirrwarr an Wortmeldungen und Empfehlungen. Dabei sollte man bei derlei Katastrophen - dies ist die zentrale Lehre aus EHEC - rasch und zentral reagieren. Der Föderalismus ist hier hinderlich. Derlei Gefahren halten sich nicht an Landesgrenzen. Daher sollten Kompetenzen auf Bundesebene gebündelt werden. Denn ein vorübergehendes Phänomen wird EHEC aufgrund der Anpassungsfähigkeit von Bakterien nicht bleiben. Darauf müssen wir künftig besser reagieren können.

Kommentare