Einbrecher härter bestrafen

Kommentar zur Einbruchstatistik

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist seit dem Jahr 2006 um satte 40 Prozent gestiegen. Da muss man kein rechtspolitischer Hardliner sein, um über Gegenmaßnahmen und härtere Strafen zumindest mal laut nachzudenken. Von Ralf Enders

Und da ist es auch nicht verwunderlich, dass 86 Prozent in einer Umfrage dies genauso sehen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist seit dem Jahr 2006 um satte 40 Prozent gestiegen. Da muss man kein rechtspolitischer Hardliner sein, um über Gegenmaßnahmen und härtere Strafen zumindest mal laut nachzudenken. Und da ist es auch nicht verwunderlich, dass 86 Prozent in einer Umfrage dies genauso sehen. Die meisten Taten, da sind sich die Ermittler einig, gehen auf das Konto professionell arbeitender osteuropäischer Banden, die bestimmten Kriterien folgend ihre Einsatzorte permanent verlagern. Das Rhein-Main-Gebiet mit seiner exzellenten Verkehrsinfrastruktur ist und bleibt ein Fixpunkt.

Die „minderschweren Fälle“, bei denen die Täter derzeit noch mit drei Monaten Haft davonkommen können, sind für die Opfer mitnichten minderschwer. Denn ist die Geborgenheit der eigenen vier Wände einmal verletzt, leiden sie psychisch oft noch jahrelang unter den Folgen - ob die Tat nun schwer oder minderschwer war. Somit ist der Wohnungseinbruch in seinen Auswirkungen anders gelagert als der Einstieg in ein Büro, um vielleicht den Cola-Automaten zu knacken. Und somit sind härtere Strafen durchaus berechtigt.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

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Übers Ziel hinaus schießt dagegen die Unions-Forderung, die Telekommunikation potenzieller Einbrecher zu überwachen. Aussichtsreicher erscheint da der Vorschlag, die Sicherung von Wohnungen und Häusern steuerlich zu begünstigen. So könnten neben den Handwerker- auch die Materialkosten für neue Schlösser abgesetzt werden. Vielleicht steigt dadurch die Zahl der versuchten Wohnungseinbrüche in ein paar Jahren um 40 Prozent.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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